30.01.2019 | Von Die Stiftung

„Jugend erinnert“: Zukunftsgewandte Erinnerungsprojekte

Diese Woche präsentierte das Bundesministerium das Programm „Jugend erinnert“. Die Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ (EVZ) übernimmt hierbei die Umsetzung von historisch-politischen Bildungsprojekten sowie internationalen Jugendbegegnungen.

"Jugend erinnert"
Gedenkstättenfahrten, aber auch digitale Formen der Erinnerung sollen mit „Jugend erinnert“ gefördert werden. Foto: Raum 11 / Amelié Losier

Die Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ (EVZ) übernimmt Teil des Bundesprogramms „Jugend erinnert“. Dies teilten die Stiftung und das Auswärtige Amt mit, nachdem Außenminister Heiko Maas und Familienministerin Franziska Giffey die internationalen Schwerpunkte des Programms am Denkmal für die ermordeten Juden Europas in Berlin vorgestellt hatten. Für das Programm werden der Stiftung EVZ insgesamt 2,55 Millionen Euro für den Zeitraum 2019 bis 2021 zur Verfügung gestellt.

„Ziel ist es, der jungen, zunehmend multikulturell geprägten Generation aktiven Zugang zur NS-Geschichte zu ermöglichen, um ein kritisches historisches Bewusstsein zu entwickeln“, teilte die Stiftung EVZ in einer Pressemitteilung mit. Mit internationalen Jugendbegegnungen will sie das Geschichtsbewusstsein von jungen Menschen stärken und damit allen Formen von gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit, insbesondere Antisemitismus und Antiziganismus, entgegenwirken. „Die zentrale Botschaft lautet: Hass gegen Minderheiten darf in Deutschland nie wieder von einer schweigenden Mehrheit hingenommen werden“, so Harald Braun, Kuratoriumsvorsitzender der Stiftung EVZ.

Gemeinsame Zugänge zur Geschichte

In bi- und multilaterale Begegnungen sollen junge Menschen aus Israel, Deutschland und Osteuropa gemeinsam Zugänge zur Geschichte erarbeiten. Durch Aus- und Fortbildung junger Lehrkräfte und Multiplikatoren für historisches Lernen soll der internationale Austausch etabliert und gestärkt werden. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf neuen digitalen Formaten: „Zukunftsgewandt ist auch die Zusammenarbeit mit der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ), die sich mit der Erschließung neuer, vor allem digitaler Zugänge zu Informationen beschäftigt“, erklärt das Auswärtige Amt. Denn, so das Auswärtige Amt, die Generation derer, die die Shoa, also den nationalsozialistischen Völkermord an den Juden, überlebt haben und als Zeitzeugen das Erlebte weitergeben können, werde immer kleiner. „Die Möglichkeiten schwinden, Jugendlichen Eindrücke „aus erster Hand“ zu geben. Gedenkstätten als Erinnerungs- und Lernorte, aber eben auch digitalisierte Zugänge zur Geschichte gewinnen dadurch an Bedeutung.

Das Programm auf den Weg gebracht hat Kulturstaatsministerin Monika Grütters im Sommer 2018. Junge Menschen sollten sich nach ihrer Ansicht mehr mit der deutschen Vergangenheit beschäftigen, mit dem Programm wolle sie das Geschichtsbewusstsein der Jugendlichen stärken und wachsendem Antisemitismus entgegentreten, zitierte das ZDF damals Grütters.

Die Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ (EVZ)          

Die Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ (EVZ) wurde im Jahr 2000 gegründet, um Zwangsarbeiter während der Zeit des Nationalsozialismus zu entschädigen. Seit 2001 leistet die Stiftung EVZ zudem humanitäre Hilfe für Überlebende, fördert die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit und stärkt zivilgesellschaftliches Engagement in Mittel- und Osteuropa.

www.stiftung-evz.de

Artikel teilen