22.05.2014 | Von Die Stiftung

Klosterkammer trennt sich von Klahn-Stiftung

Wegen der nationalsozialistischen Vergangenheit des norddeutschen Künstlers Erich Klahn (1901-1978) beendet die Klosterkammer Hannover mit sofortiger Wirkung die Zusammenarbeit mit der Klahn-Stiftung.

Wegen der nationalsozialistischen Vergangenheit des norddeutschen Künstlers Erich Klahn (1901-1978) beendet die Klosterkammer Hannover mit sofortiger Wirkung die Zusammenarbeit mit der Klahn-Stiftung.

Erich Klahn habe im völkischen Spektrum der 1920er und 1930er Jahre eine hervorgehobene Position gehabt, sagte Kammerdirektor Andreas Hesse am Dienstag. Bereits 1921 sei er der NSDAP beigetreten. Rund 450 Werke des Künstlers will die Klosterkammer an die Stifter zurückgeben. Das Klahn-Museum im Kloster Mariensee bei Hannover wird geschlossen.

Um Aufschluss über die „völkisch-rassistische Orientierung“ Klahns und seine Verbindung zu NS-Organisationen zu erhalten, hatte die Klosterkammer einen Kunsthistoriker mit einem Gutachten beauftragt. Eine Auswertung seiner Briefe bis zum Februar 1945 habe ergeben, dass Klahn damals uneingeschränkt das NS-Regime bejaht habe, erläuterte Hesse. In einem Fragebogen zur Entnazifizierung hatte der Künstler 1949 angegeben, zu keinem Zeitpunkt Mitglied der NSDAP gewesen zu sein.

1998 gründeten seine Erben die Klahn-Stiftung, um das Werk des Künstlers zu bewahren und zu erschließen. 2001 entstand im Kloster Mariensee ein Archiv für Klahns Nachlass mit Ausstellungsräumen für das Klahn-Museum. Dort waren Aquarelle, Ölgemälde, Altarwerke und Glasmalereien zu sehen, viele davon mit Motiven aus der Bibel. Der zur Klosterkammer gehörende Allgemeine Hannoversche Klosterfonds war bisher Träger der rechtlich unselbstständigen Klahn-Stiftung.

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