22.05.2018 | Von Die Stiftung

Mauerstiftung übernimmt East Side Gallery

Die Berliner Freiluftausstellung „East Side Gallery“ geht nach langem Streit an die Stiftung Berliner Mauer. Die Stiftung will die Kunstwerke am ehemaligen Todesstreifen als Erinnerungs- und Gedenkort erhalten. Doch es gibt auch Kritik seitens der Künstler.

East Side Gallery
Auch das bekannte Bild „Bruderkuss“ wird nun von der Stiftung Berliner Mauer verwaltet. Foto: Thurn, Joachim F., German Federal Archives

Das Land Berlin hat die bemalten Überreste der Berliner Mauer – die East Side Gallery – an die Stiftung Berliner Mauer übertragen. Das hat der Vermögensausschuss des Abgeordnetenhauses am 9. Mai einstimmig beschlossen.

East Side Gallery als Symbol der Freiheit

Die Galerie im Friedrichshain ist das längste noch erhaltene Stück der Mauer, die Berlin zwischen 1961 und 1989 teilte. Nach dem Fall der Mauer bemalten Künstler die 1,3 Kilometer lange Touristenattraktion. Auf ihr ist unter anderem das bekannte Fotomotiv des Bruderkusses zwischen Breschnew und Honecker zu sehen. In den vergangenen Jahren sind allerdings mehrere Stücke herausgebrochen worden. Sie mussten Hochhausprojekten wie dem „Pier 61/63“ weichen, welches in den nächsten Jahren fertiggestellt wird. Die Bebauung führte in den vergangenen Jahren immer wieder zu Protesten, die aber erfolglos geblieben sind.

Stiftungsdirektor Axel Klausmeier betonte gegenüber dem Rundfunk Berlin Brandenburg  dass eine weitere Bebauung abgelehnt werde, juristische Schritte allerdings aussichtslos seien. Weiterhin sagte Klausmeier der Deutschen Presse Agentur, dass es in Zukunft auch um die künstlerische Aneignung gehen werde, die die friedliche Überwindung der Mauer symbolisiere. Zudem wolle die Stiftung eine „zurückhaltende Dauerausstellung“ erarbeiten.

Künstler kritisieren Übergabe an die Stiftung Berliner Mauer

Kritik gab es seitens Künstlern, welche die East Side Gallery einst erschaffen haben. Viele sind Teil der Initiative „East Side Gallery – A Living Monument to Joy“. Christine MacLean ist an der Initiative beteiligt. Sie war 1990 Managerin der Galerie. MacLean erklärte gegenüber dem Berliner Abendblatt, dass die Übertragung an die Stiftung mit deren Wesen unvereinbar sei. Laut der Initiative stehe die East Side Gallery für den Ruf nach Freiheit, Frieden und Demokratie. Die Mauerstiftung dokumentiere und vermittle jedoch die Schrecken der Teilung.

Das Land Berlin und der Bund sind Träger der Stiftung Berliner Mauer. Sie kümmert sich um viele Gedenkorte in Berlin. Von nun an ist die Stiftung auch für diesen Teil der Erinnerungskultur in Berlin zuständig.

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