14.02.2019 | Von Die Stiftung

Neuer Report: Digitalisierung in der Zivilgesellschaft

Die Robert-Bosch-Stiftung, Bertelsmann-Stiftung, Phineo und Stiftung Neue Verantwortung haben einen Report zum digitalen Engagement der Zivilgesellschaft veröffentlicht. Dabei kommen die Autoren zu dem Ergebnis, dass im dritten Sektor hier noch Handlungsbedarf besteht.

Digitalisierung
Wie kann Digitalisierung im dritten Sektor gelingen? Darum geht es in dem Report: „Digitalisierung braucht Zivilgesellschaft“. Foto: Illustration Marcus Stark / pixelio.de

Wie kann die Zivilgesellschaft die Digitalisierung bewältigen? Darum geht es in einem aktuellen Report von Robert-Bosch-Stiftung, Bertelsmann-Stiftung, Phineo und Stiftung Neue Verantwortung. Er informiert über den aktuellen Stand des „digitalen Engagements“ im dritten Sektor. Dafür wurden Non Profit-Organisationen im In- und Ausland analysiert und zentrale Handlungsfelder für Engagement in der Zivilgesellschaft identifiziert.

„Bisher bestimmen wirtschaftliche Fragen die Diskussion über den digitalen Wandel“, sagt Ottilie Bälz, Leiterin des Bereichs Gesellschaft der Robert-Bosch-Stiftung. „Bei der Digitalisierung geht es aber nicht nur um Effizienz und Produktivität. Sie verändert auch die Art, wie wir miteinander diskutieren, politische Entscheidungen treffen und als Gesellschaft zusammenleben. Deshalb brauchen wir in der Digitalisierungsdebatte dringend mehr starke Stimmen der Zivilgesellschaft.“

Digitale Lösungen stellen Herausforderung dar

Laut dem Report stehen die meisten Stiftungen, Vereine und Non-Profit-Organisationen vor der Herausforderung, digitale Lösungen in ihrer Arbeit umfassend zu nutzen. Gleichzeitig richten immer mehr gemeinnützige Akteure ihre Arbeit inhaltlich neu auf die digitalisierte Welt aus. Sie machen ältere Menschen fit für die digitale Welt, sensibilisieren Schulklassen für den Datenschutz oder ermöglichen Bedürftigen den Zugang zu Hardware.

Dabei sind fünf Themen besonders wichtig:

  • Zugang zu Netz und Technik schaffen
  • Digitale Kompetenzen vermitteln
  • Datenbasierte Innovationen für die Gesellschaft ermöglichen
  • Schutz der Persönlichkeit im Digitalen Raum gewährleisten
  • Digitale Zukunft durch Vision und Position voranbringen

Zivilgesellschaft steht noch am Anfang

Außerdem werde laut dem Report die Zivilgesellschaft zwar digitaler, stehe in der Summe aber immer noch am Anfang. Neben digitalen Experten, die ihre Initiative häufig als Reaktion auf eine digitale Herausforderung gegründet haben, müssten sich viele traditionelle Akteure des Dritten Sektors erst noch mit der Digitalisierung auseinandersetzen.

Fallstudien über das Rote Kreuz, Reporter ohne Grenzen oder die ZEIT-Stiftung zeigen, wie klassische zivilgesellschaftliche Organisationen den digitalen Wandel bereits erfolgreich für sich nutzen. Zudem untersucht der Report, wie große zivilgesellschaftliche Dachverbände und Arbeitsgemeinschaften die eigene Digitalisierung sowie den digitalen Wandel an sich adressieren.

Ergebnis: Eine Strategie zur Digitalisierung wird benötigt

Eine weitere Schlussfolgerung des Reports ist, dass der Dritte Sektor nicht alles digitalisieren muss. Dennoch brauche es eine Strategie für das digitale Zeitalter, so die Erkenntnis. Da Digitalisierung neben der technischen Entwicklung auch soziale und kulturelle Fragen betreffe, sei dazu auch Organisationsentwicklung nötig. Dafür brauche der Sektor stärkere Unterstützung durch Förderer wie die öffentliche Hand, Stiftungen und Unternehmen. Die Initiatoren des Reports raten außerdem zu mehr Kooperation und Wissensaustausch.

Anmerkung der Redaktion:

Um das Thema Digitalisierung ging es auch in der  Ausgabe 2/2018 von DIE STIFTUNG.

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