24.05.2018 | Von Die Stiftung

Stiftung Islam will Engagement von Muslimen stärken

Die Stiftung Islam in Deutschland will ein gutes Miteinander zwischen Muslimen und Nichtmuslimen fördern. Die Neugründung nach islamischen Grundsätzen erfolgte wegen nicht ausreichenden Eigenkapitals als Treuhandstiftung der Maecenata-Stiftung.

Stiftung Islam
Die älteste erhaltene Moschee in Deutschland stammt aus der Weimarer Republik und gehört bis heute der Ahmadiyya-Gemeinde. Die Wilmersdorfer Moschee wurde 1928 fertiggestellt. Foto: Thomas Scherer, MoscheeWilmersdorf, CC BY-SA 3.0 DE

Die Stiftung Islam in Deutschland sei die erste Stiftungsneugründung in Deutschland nach islamischen Grundsätzen, berichtet das katholische Nachrichtenportal Domradio. Weil für eine eigenständige Stiftung das Kapital nicht ausreichte, wurde sie als Treuhandstiftung der Maecenata-Stiftung gegründet.

Stiftung Islam distanziert sich von Homophobie und Antisemitismus

„Ziel der neuen Stiftung ist es nach deren Angaben, Engagement von Muslimen zu bündeln, sichtbar zu machen und zu stärken. Zudem will sie Aufklärungsarbeit leisten und ein gutes Miteinander zwischen Muslimen und Nichtmuslimen fördern. In den Grundsätzen heißt es, die Stiftung stehe für eine partnerschaftliche Zusammenarbeit mit anderen Weltanschauungen“, so das Domradio. Die Stiftung bekenne sich zum Grundgesetz, zur Gleichberechtigung von Frauen und Männern und distanziere sich von Antisemitismus und Homophobie.

Stiftungsgründer früher bei radikaler Moschee

Der Stiftungsgründer ist kein unbeschriebenes Blatt: der Diplom-Ingenieur und Imam Abdul Adhim Kamouss predigte früher in der vom Verfassungsschutz beobachteten Al-Nur-Moschee in Berlin-Neukölln. „In einem Fernsehauftritt in der ARD bei Günther Jauch zieht er starke Kritik auf sich, als er eine radikale Auslegung des Islam verteidigt. Der Vorstand der Al-Nur-Moschee trennt sich darafhin von ihm. Anschließend wird es ruhig um Kamouss“, erinnert sich der Tagesspiegel aus Anlass der Stiftungsgründung. Nun zeige sich Kamouss gewandelt: „Von früheren radikalen Haltungen distanziert er sich. Er habe einen Wandel durchgemacht und sehe nun vieles selbstkritisch“, so der Tagesspiegel.

Familienberatung, Pfadfinder, Zentrale gegen Radikalisierung

Die Stiftung plane, so wird Kamouss zitiert, unter anderem eine Zentrale gegen Radikalisierung, Familienberatungsstellen und eine Pfadfindergruppe. Zudem will die Stiftung eine neue muslimische Gemeinde in Berlin gründen, deren Imam Kamouss werden will. Noch verfügt die Stiftung über kein eigenes Objekt. Dafür zeigt sie bereits, dass sie tatsächlich mit anderen Weltanschauungen zusammenarbeiten will: Für die Ramadan-Feierlichkeiten, Gebete und Vorträge hat die Baptistengemeinde im Berliner Wedding der Stiftung ihre Kirche zur Verfügung gestellt.

Am 1. Juni soll es in Berlin, dem Stiftungssitz, eine offizielle Gründungsfeier geben.

Zur Webseite der Stiftung: http://stiftung-islam-in-deutschland.de

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