09.11.2017 | Von Die Stiftung

Stiftung koordiniert Klimaforderungen

Dritter Sektor, Verbände und Unternehmen Hand in Hand: Gemeinsam mit Germanwatch und B.A.U.M. koordiniert die „Stiftung 2 Grad – Deutsche Unternehmer für Klimaschutz” die klimapolitischen Forderungen von 51 Unterzeichnern an die Jamaika-Verhandler.

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Weniger als zwei Grad Celsius Erderwärmung sind das Ziel der Forderungen an die künftige Bundesregierung. Dieter Schütz / pixelio.de

In ihrer Erklärung „Für Innovationen und Investitionssicherheit“ fordern 51 deutsche Unternehmen und Verbände die nächste Bundesregierung auf, Klimaschutz zur zentralen Aufgabe zu machen. Koordiniert werden sie durch die Stiftung 2 Grad und die beiden Ökoverbände Germanwatch und B.A.U.M. „Unternehmen können bei entsprechender Rahmensetzung einen zentralen Beitrag leisten, um die aus dem Pariser Abkommen abgeleiteten Klimaziele in Deutschland und der EU durch Innovationen und Investitionen zu erreichen. Wir sind bereit, unseren Anteil am Klimaschutz zu leisten“, erklären die Unternehmen. „Von der neuen Regierung erwarten wir entschiedene und effiziente Maßnahmen zur Erreichung des nationalen 2020-Emissionsziels.”

Stiftung will hin zur treibhausgasneutralen Wirtschaft

In der Erklärung drängen die Unternehmen auf konkrete Maßnahmenpakete für die Umsetzung des Klimaschutzplans. Die Unternehmen halten für die neue Legislaturperiode einen verlässlichen und sozialverträglichen Ausstiegspfad bei der Kohleverstromung für unverzichtbar und fordern einen investitionsrelevanten CO2-Preis. Die neue Regierung solle zudem die Modernisierung von Steuern und Abgaben sowie die Beendigung fossiler Subventionen bis 2025 prüfen. Deutschland und die EU brauchten jetzt einen konsequenten Einstieg in die Verkehrswende auf Schiene und Straße.

„Eine  Vorreiterrolle beim Klimaschutz ist eine große Chance für die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit unserer Wirtschaft”, heißt es in der Erklärung. „Die kommende Regierungskoalition sollte darum die Geschwindigkeit der Transformation hin zur treibhausgasneutralen Wirtschaft erhöhen und hierzu die enge Zusammenarbeit mit europäischen und internationalen Partnern suchen.” Mit klugen staatlichen Rahmensetzungen könne auch die im internationalen Wettbewerb stehende energieintensive Industrie ihre Transformation vorantreiben und dabei ihre Wettbewerbsfähigkeit erhalten.

Kohleausstieg soll auf den Tisch

„Klar ist, dass der Kohleausstieg in den Koalitionsverhandlungen auf den Tisch muss und zwar ohne Scheuklappen“, konstatiert Sabine Nallinger, Vorständin der Stiftung 2 Grad. Die Unternehmen bräuchten Planungs- und Investitionssicherheit, um ihren Beitrag zum Erreichen der Klimaziele leisten zu können. „Jamaika sollte den Klimaschutz zu dem Modernisierungsprojekt unserer Zeit machen, um die deutsche Wirtschaft wettbewerbs- und zukunftsfähig aufzustellen“, so Nallinger.

Zeichner der Erklärung sind in Deutschland aktive Großunternehmen, größere Mittelständler und Verbände aus unterschiedlichen Branchen. Zusammen bringen die Unternehmen über 450.000 Beschäftige in Deutschland und einen globalen Umsatz von mehr als 350 Milliarden Euro auf die Waage. Damit ist dies die größte und umfassendste Unternehmenserklärung für ambitionierten Klimaschutz, die in Deutschland je veröffentlicht wurde. Viele der zeichnenden Firmen sind keine unmittelbaren Gewinner der Dekarbonisierung oder Energiewende, versprechen allerdings, ihren Anteil am Klimaschutz zu leisten.

Die Stiftung 2 Grad

Die „Stiftung 2 Grad – Deutsche Unternehmer für Klimaschutz“ trägt ihr wichtigstes Ziel im Namen: Die durchschnittliche globale Erderwärmung auf deutlich unter 2 Grad Celsius zu beschränken. Stiftungszweck ist die Förderung des Klimaschutzes und der nachhaltigen Nutzung natürlicher Ressourcen sowie der natürlichen Umweltsysteme. Die Stiftung ist dabei mehr als ein reines Bündnis von Unternehmen. Sie ist eine Plattform zur aktiven Zusammenarbeit, auf der gemeinsam, lösungsorientiert und branchenübergreifend Antworten auf Fragen zum unternehmerischen Klimaschutz gefunden werden. Unter dem Dach einer gemeinnützigen, unabhängigen Stiftung können die fördernden Unternehmen ergebnisoffener an komplexe Themen der Klimapolitik arbeiten, als dies in einzelnen Unternehmen möglich wäre.

www.stiftung2grad.de

 

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