05.10.2018 | Von Die Stiftung

Stiftungen finden schwerer Engagierte für Gremien

Während Bürgerstiftungen gemäß dem Report Bürgerstiftungen 2018 einen Zuwachs an Engagierten verzeichnen, fällt es Stiftungen laut einer Umfrage des Bundesverbands Deutscher Stiftungen immer schwerer, für ihre Gremien freiwillig Engagierte zu finden.

Engagierte
Ausreichend freiwillig Engagierte zu finden fällt Stiftungen immer schwerer, so das Resultat einer Umfrage des Stiftungspanels des Bundesverbands Deutscher Stiftungen. Foto: S. Hofschlaeger / pixelio.de

Immer mehr Stiftungen falle es deutlich schwerer als noch vor wenigen Jahren, freiwillig Engagierte für ihre Gremien und Leitungsaufgaben zu finden. Dies teilte der Bundesverband Deutscher Stiftungen mit.  Es ist das Ergebnis einer aktuellen Befragung in seinem Stiftungspanel. Die Hälfte der befragten Stiftungen habe Probleme, Menschen zu finden, die sich in ihren Gremien und Geschäftsführungen freiwillig und unentgeltlich für das Gemeinwohl engagieren – noch 2014 war es lediglich ein Drittel. „Die gute Nachricht: Jenseits von Leitungstätigkeiten konnten 60 Prozent der befragten Stiftungen ausreichend Freiwillige rekrutieren. Über 40 Prozent setzen dabei ganz gezielt auf Kurzzeitengagements“, schreibt der Bundesverband in seiner Pressemitteilung.

Kurzzeitengagements gefragt

Grund für diese Entwicklung sei, dass es vielen Menschen zunehmend schwer falle, Engagement in ihren Alltag zu integrieren. „Kurzzeitengagements können ein guter Einstieg sein, um Familie, Beruf und Engagement unter einen Hut zu bringen. Es gibt aber auch schon Firmen, die Mitarbeitende für freiwilliges Engagement freistellen. So können alle profitieren: Engagierte, Unternehmen und Stiftungen als Orte für Engagement“, so Antje Bischoff. Die Wissenschaftlerin leitet die Stiftungsforschung des Bundesverbands Deutscher Stiftungen und ist selbst unter anderem ehrenamtlich im Kuratorium der Nationalparkstiftung „Unteres Odertal“ aktiv.

Vorsicht bei der Auswahl

Bischoff rät zudem, freiwillig Engagierte genauso sorgfältig auszuwählen wie hauptamtliche Mitarbeitende. Hilfreich sei dabei eine entsprechende Personalstrategie. Auch bieten viele der befragten Stiftungen ihren Freiwilligen Serviceleistungen an, die ein Engagement attraktiver machen. Dazu zählen gemeinsame Aktivitäten (57 Prozent), Reflexionsgespräche (50 Prozent), Fort- und Weiterbildungen (47 Prozent) sowie Kompetenznachweise (43 Prozent).

Bei Bürgerstiftungen sieht es anders aus

Während beim Stiftungspanel nur gut die Hälfte der Umfrageteilnehmer ausreichend Freiwillige rekrutieren kann, freuen sich die Bürgerstiftungen: Sie verzeichnen einen kontinuierlichen Zuwachs an Engagierten in ihren Projekten und Geschäftsstellen (www.die-stiftung.de berichtete).

Über das Stiftungspanel

Das Stiftungspanel ist ein Erhebungsinstrument zur Erforschung der Stiftungslandschaft, Stiftungen können ihre Meinung zu aktuellen Themen einbringen. Die Umfrage zu freiwilligem Engagement fand online im Juli 2017 statt. An der Befragung beteiligt haben sich 45,1 Prozent der in diesem Zeitraum 545 registrierten Teilnehmenden des Stiftungspanels. Träger des Stiftungspanels ist der Bundesverband Deutscher Stiftungen, es wird von der Software AG – Stiftung gefördert.

Bundesverband Deutscher Stiftungen

Der Bundesverband Deutscher Stiftungen vertritt die Interessen der Stiftungen in Deutschland. Er hat mehr als 4.300 Mitglieder; über Stiftungsverwaltungen sind ihm 8.400 Stiftungen mitgliedschaftlich verbunden. Damit sind rund drei Viertel des deutschen Stiftungsvermögens im Bundesverband Deutscher Stiftungen organisiert.

www.stiftungen.org

Artikel teilen