22.06.2017 | Von Die Stiftung

Stiftungen kontern Kritik von ZF-Chef

ZF Friedrichshafen (im Bild die Hauptverwaltung) gehört zwei Stiftungen. CEO Stefan Sommer ist darüber nicht immer glücklich. (Urheber: ZF)

Aussagen, die Spuren hinterlassen haben: Anfang dieser Woche bringt die „Schwäbische Zeitung“ ein Interview mit Stefan Sommer, dem Vorstandsvorsitzenden von ZF in Friedrichshafen. Darin geht es um den Transformationsprozess, den der Automobilzulieferer durchlaufen muss, um weiterhin wirtschaftlich erfolgreich zu sein.

Dafür notwendig ist in den Augen Sommers auch eine Veränderung von Strukturen und Prozessen, er spricht davon, dass „die Rollen der Gesellschafter, des Aufsichtsrates und des Vorstandes einfach klar sein“ müssen. Die Gesellschafterstruktur solle das Unternehmen auch in Zukunft nicht in seiner Entwicklung einschränken, betont der ZF-Chef.

ZF in der Hand von zwei Stiftungen

Die Gesellschafterstruktur, das sind die Zeppelin-Stiftung und die Dr.-Jürgen-und-Irmgard-Ulderup-Stiftung, die die Eigentümer des Unternehmens sind. An der ZF halten sie 93,8 Prozent bzw. 6,2 Prozent der Anteile. Die Zeppelin-Stiftung wird von der Stadt Friedrichshafen treuhänderisch verwaltet (worüber seit Jahren ein Konflikt mit einem Zeppelin-Nachfahren schwelt).

Friedrichhafens Oberbürgermeister Andreas Brand ist Aufsichtsratsmitglied bei ZF, früher war der OB sogar der Vorsitzende des Gremiums. Der Gemeinderat kontrolliert die Zeppelin-Stiftung. Ein Stiftungsrat, den der Gemeinderat wählt, bespricht stiftungsrelevante Themen, der Gemeinderat entscheidet.

„Die Stadt prüft, ob der Stiftungszweck erfüllt ist, und hat dabei nicht die Rolle zu bewerten, wie viele Software-Entwickler ZF in Indien einstellt“, gibt Sommer in dem Interview auch ein konkretes Beispiel, was er sich unter Rollenverteilung vorstellt.

Stiftungen heben Gesellschafterstruktur hervor

Die Reaktion auf die Kritik Sommers kam postwendend: „Die Zukunftsfähigkeit und der unternehmerische Erfolg der ZF Friedrichshafen AG hängen eng mit der besonderen Gesellschafterstruktur zusammen und werden wesentlich durch diese ermöglicht“, heißt es in einer Erklärung, die unter anderem Oberbürgermeister Brand für die Zeppelin-Stiftung und Joachim Meinecke vom Kuratorium der Ulderup-Stftung unterzeichnet haben.

„Die unternehmerischen Konzepte müssen alle Akteure überzeugen und von diesen getragen und gelebt werden. Wenn das der Fall ist, dann ist eine starke und zukunftssichere Entwicklung des Unternehmens am Standort Friedrichshafen und weltweit gewährleistet. Die ZF Friedrichshafen AG ist dafür strukturell und in seiner Corporate Governance gut aufgestellt, gerade auch mit Blick auf die Herausforderungen der Zukunft“, heißt es in der Mitteilung weiter.

Für die Eigentümervertreter werde der unternehmerische Erfolg des Automobilzulieferers von vielen Seiten vorangetrieben, Gesellschaftern, Aufsichtsrat, Vorstand, Mitarbeitern, Betriebsräten.

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