12.03.2018 | Von Die Stiftung

SWP: Hackerangriff auf Politikstiftung

Die Stiftung Wissenschaft und Politik berät Bundesregierung und Parlament im Bereich Außen- und Sicherheitspolitik. Nun ist der Think Tank Ziel eines Hackerangriffs geworden. Der Generalbundesanwalt hat die Ermittlungen aufgenommen.

SWP
Der Sitz der Stiftung Wissenschaft und Politik am Ludwigkirchplatz in Berlin. Foto: Gerd Fahrenhorst, Stiftung Wissenschaft und Politik Berlin, CC BY 4.0

Bereits im Dezember 2016, so Spiegel Online unter Berufung auf die Deutsche Presse-Agentur, hätten Hacker versucht, die Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) mithilfe einer Phishing-E-Mail auszuspionieren. Die SWP sei jedoch nicht erfolgreich gehackt worden, heißt es weiter. In Sicherheitskreisen wird laut Spiegel Online die russische Gruppe APT 28 verdächtigt, eine E-Mail „im Namen einer damaligen SWP-Buchhalterin an andere Mitarbeiter verschickt“ zu haben. Daran angehängt gewesen sei nach Spiegel-Informationen eine Datei namens „Weihnachtsgeldzahlungen.xls“, die vermutlich ein Schadprogramm enthalten habe.

Inzwischen habe der Generalbundesanwalt die Ermittlungen „wegen des Verdachts auf geheimdienstliche Agententätigkeit“ aufgenommen, so Spiegel Online. Die Hackergruppe APT 28, auch unter dem Namen Fancy Bear bekannt, wird in Sicherheitskreisen dem russischen Geheimdienst zugeordnet. Auch ein Angriff auf das Internationale Paralympische Komitee in Bonn soll auf ihr Konto gehen. Mit den jüngst bekannt gewordenen Angriffen auf das Regierungsnetz habe die Gruppe jedoch wahrscheinlich nichts zu tun, so Spiegel Online unter Berufung auf Sicherheitsbehörden. Parallelen bestehen jedoch: Auch die hier verdächtigte Gruppe Snake und Turla erfahre zumindest Unterstützung durch den Russischen Staat.

Besondere Brisanz erhält der Angriff auch durch die Funktion der SWP: Die renommierte Stiftung bürgerlichen Rechts berät Bundesregierung und Bundestag in Fragen der Außen- und Sicherheitspolitik. Eine institutionelle Zuwendung des Bundeskanzleramts deckt die Kosten der Kerntätigkeit der Thinktanks, dessen Analysten auch in den Medien präsent sind. Die Einrichtung, die seit 2005 der Politikwissenschaftler Volker Perthes leitet, wurde 1962 auf private Initiative hin gegründet. Seit besteht 1965 die Unterstützung durch die Bundesrepublik.

www.swp-berlin.org

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