25.10.2018 | Von Die Stiftung

Maria-Ladenburger-Stiftung nimmt ihre Arbeit auf

Vor zwei Jahren wurde die Medizinstudentin Maria Ladenburger in Freiburg vergewaltigt und ermordet. Ihre Eltern gründeten daraufhin eine Stiftung, die nun ihre Arbeit aufgenommen hat. Der Stiftungszweck ist nach Anfeindungen gegen die Familie bewusst unpolitisch gestaltet.

Maria Ladenburger
Detail am Gedenkbaum an der Dreisam in Freiburg-Waldsee, in der Nähe des Ortes wo die getötete Maria L. gefunden wurde. Foto: Andreas Schwarzkopf, Am Gedenkbaum an der Dreisam in Freiburg-Waldsee, in der Nähe des Fundortes, Bildausschnitt von DIE STIFTUNG, CC BY-SA 3.0

Zwei Jahre sind seit dem Mord an der Studentin vergangen, nun nimmt die nach Maria Ladenburger benannte Stiftung zum Wintersemester ihre Arbeit auf. „Die Maria-Ladenburger-Stiftung unterstützt Studierende mit Behinderung, plötzlichen Erkrankungen oder in schwierigen Lebenssituationen sowie ausländische Studierende bei deren Integration in das universitäre Umfeld. Sie fördert auch Projekte der Entwicklungshilfe, etwa durch Praktika im Medizinstudium“, so die Website der Stiftung. Die Wahl des Stiftungszwecks hänge auch mit Reaktionen aus der Öffentlichkeit zusammen, wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung (F.A.Z.) berichtet: „Weil die Familie nach dem Tod ihrer Tochter von der AfD politisch angefeindet wurde und Clemens Ladenburger sich sogar den Vorwurf gefallen lassen musste, als hoher EU-Beamter eine Mitverantwortung für die Flüchtlingskrise zu haben, soll die Stiftung nun bewusst kein politisches Signal setzen.“

Gegen Instrumentalisierung des Todes

Die Familie wolle nicht, dass Marias Tod politisch instrumentalisiert werde. „Maria studierte Medizin voller Begeisterung, Engagement und Lebensfreude, um als Ärztin für ihre Mitmenschen da sein zu können“, erklärten die Eltern (www.die-stiftung.de berichtete). Die Stiftung wolle das Geschenk ihres Lebens an Studierende weitergeben und in ihrem Sinne ein Zeichen der Mitmenschlichkeit setzen. Deshalb wählte sie Stiftungszwecke, die sich am Engagement ihrer Tochter orientieren: Maria engagierte sich im Verein Weitblick, einer ehrenamtlichen Studierendeninitiative für einen gerechteren Zugang zu Bildung.

Die Eltern von Maria statteten die Stiftung mit 100.000 Euro aus, heute verfüge die Stiftung dank Zustiftungen und Spenden über ein Vermögen von 320.000 Euro, so die F.A.Z. Verwaltet wird die Stiftung vom Verband der Freunde der Universität Freiburg, der sich um insgesamt 14 Stiftungen zur Unterstützung von Freiburger Studierenden kümmert.

www.maria-ladenburger-stiftung.de

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