06.03.2019 | Von Die Stiftung

Marienburg – Stiftung soll Schlossstreit lösen

Der Streit um das Schloss Marienburg bei Hildesheim könnte vor einer Lösung stehen. Nachdem der Verkauf ans Land Niedersachsen für einen symbolischen Euro gestoppt ist, strebt Ernst August Erbprinz von Hannover nun an, den Stammsitz der Welfen in eine Stiftung zu überführen.

Schloss Marienburg
Das Schloss wurde von 1858 bis 1869 im neugotischen Stil erbaut. Foto: Ralf Claus, Schloss marienburg, CC BY-SA 3.0 DE

Die notwendige Sanierung soll Millionen kosten, doch die Zukunft des Schlosses Marienburg ist bislang noch ungewiss: Der Stammsitz der Welfen bei Hildesheim in Niedersachsen ist Gegenstand eines Familienstreits. Ernst August Erbprinz von Hannover hatte sich mit dem Land auf einen symbolischen Verkaufspreis von einem Euro geeinigt, doch sein Vater, Ernst August Prinz von Hannover, hat dagegen rechtliche Schritte eingeleitet. Im Fall eines Verkaufs drohe der Vorwurf des groben Undanks gegen den Sohn neues Gewicht zu bekommen, so die Frankfurter Allgemeine Zeitung (F.A.Z.). Nun steht eine gemeinnützige Stiftung als Lösung im Raum, wie der NDR berichtet.

Millionen für die Marienburg

Vater Ernst August hatte die Marienburg 2004 auf den Sohn übertragen, dieser will sie nun veräußern – und damit auch die Kosten der Sanierung von der Familie abwenden, die nach eigener Aussage deren finanzielle Möglichkeiten übersteigen. Die Rede ist von insgesamt rund 27 Millionen Euro, die nötig seien, um das 1869 fertiggestellte Schloss zu erhalten und es damit weiterhin der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Nach dem Rückzug vom Kaufgeschäft sei es nun das Ziel des Erbprinzen, „Schloss und Inventar so bald wie möglich in eine gemeinnützige Stiftung zu überführen“, so die Hannoversche Allgemeine Zeitung. „Um dafür gegebenenfalls notwendige Voraussetzungen zu schaffen, werde ich alles in meiner Macht Stehende tun. Dazu stehe ich mit der Landesregierung weiterhin in einem engen Austausch“, wird Ernst August zitiert, der  laut der Hannoverschen Allgemeinen den Vorsitz der Stiftung übernehmen soll. Das Land soll demnach im Stiftungsrat vertreten sein.

Hintergrund der Auseinandersetzung um das neugotische Gemäuer ist eine Familienfehde zwischen Vater und Sohn, bei der es nicht zuletzt um viel Geld geht – und um eine weitere Stiftung: die Herzog-von-Cumberland-Stiftung, die laut F.A.Z. die welfischen Besitzungen in Österreich verwaltet. Aus ihr sei der Vater 2012 nach 25 Jahren auf „juristisch zweifelhafte Weise herausgedrängt“ worden. Das Verhältnis scheint zerrüttet: Vater Ernst August, selbst Ehemann der monegassischen Prinzessin Caroline, versagte dem Sohn 2017 die Zustimmung zu dessen Eheschließung – und sieht damit dessen Kinder als nicht erbberechtigt an.

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