14.03.2016 | Von Die Stiftung

Neuer Machtkampf im ADAC entbrannt

Lange Zeit galt es als sicher, dass die neue Drei-Säulen-Struktur für den ADAC aus Verein, Aktiengesellschaft und gemeinnütziger Stiftung bei der Hauptversammlung in Lübeck am 7. Mai abgesegnet wird. Doch nun hat Peter Meyer, ehemaliger ADAC-Präsident und Vorsitzender des einflussreichen Regionalclubs Nordrhein, das Modell in Frage gestellt. Laut einem Bericht der Süddeutschen Zeitung hat dieser ein Gutachten der Kanzlei CMS Hasche Sigle verschickt. Das Dokument wertet die Dreiteilung als überflüssig, der ADAC könne auch so seinen Vereinsstatus erhalten. Und mehr noch: Präsidiumsmitglieder und Verwaltungsräte könnten im Falle ihrer Zustimmung ihre Sorgfaltspflichten beim Umgang mit dem milliardenschweren ADAC-Vermögen verletzen und persönlich haftbar gemacht werden. Weiter verlangt Meyer nun vom ADAC-Präsidium, seine bei einer Sitzung zuvor gegebene Zustimmung im Nachhinein als Gegenstimme zu werten. Der neue ADAC-Präsident Dr. August Markl beruft sich dagegen auf ein Dossier der Wirtschaftskanzlei Freshfields Bruckhaus Deringer, die ein hohes Risiko sieht, dass das Registergericht die vielen geschäftlichen Aktivitäten des ADAC für nicht vereinbar mit dem Vereinsstatus erachte.

Ein Experte aus dem Umfeld des ADAC wies auf Anfrage der Redaktion darauf hin, dass es sich bei dem Gutachten von CMS um eine Auftragsarbeit handele, die zum Ziel habe, rechtliche Argumente zugunsten des Auftraggebers zu finden. Ebenso meldete sich Dr. Rupert Graf Strachwitz, stellvertretender Vorsitzender des einstigen Reformbeirates zu Wort und betonte, dass das vierköpfige Gremium „weiter die Haltung des Präsidiums unterstützt“. Der Experte für den Non-Profit-Sektor hält es für ausgeschlossen, dass die neu aufgeworfenen juristischen Zweifel die Absegnung des Reformmodells durch die Hauptversammlung verhindern können.

www.adac.de

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