23.05.2018 | Von Die Stiftung

Bundesverband mit neuem Vorstand

Wechsel beim Bundesverband Deutscher Stiftungen: Joachim Rogall und Daniela Kobelt Neuhaus übernehmen den Vorsitz im neu gewählten Vorstand. Der Verband kündigt die Überarbeitung der Grundsätze guter Stiftungspraxis an. Michael Göring scheidet aus.

Bundesverband
Die neue Leitung des Bundesverbands: Vorstandsmitglied Stephan Schauhoff, Beiratsmitglied Friederike von Bünau, Vorsitzender Joachim Rogall, stellvertretende Vorsitzende Daniela Kobelt Neuhaus sowie die Vorstandsmitglieder Thomas Kempf und Ansgar Wimmer (von links). Foto: David Ausserhofer

Die Mitglieder haben laut einer Pressemitteilung einen neuen Vorstand für den Bundesverband Deutscher Stiftungen gewählt: Dem sechsköpfigen Gremium steht Joachim Rogall, Vorsitzender der Geschäftsführung der Robert-Bosch-Stiftung, vor. Daniela Kobelt Neuhaus, Vorständin der Karl-Kübel-Stiftung für Kind und Familie, wird stellvertretende Vorsitzende.

Vorsitzender Rogall: Bundesverband will Grundsätze guter Stiftungspraxis überarbeiten

In seiner Antrittsrede wies Joachim Rogall laut Mitteilung auf die zunehmenden Einschränkungen für Stiftungshandeln hin: „Wir beobachten, dass die Handlungsspielräume unabhängiger Organisationen weltweit, selbst in Europa, kleiner werden. Stiftungen, die bürgerschaftliches Engagement und freiheitlich-demokratische Ideen fördern, stehen unter der kritischen Beobachtung jener Autoritäten, die für sich allein in Anspruch nehmen, Freiheit und Demokratie zu definieren“, wird er zitiert. „Wir müssen auch über unsere Stiftungswelt und unsere nationalen Netzwerke hinausblicken und unsere internationale Perspektive erweitern.“ Der neue Vorstandsvorsitzende kündigte an, die Grundsätze guter Stiftungspraxis gemeinsam mit den Mitgliedern überarbeiten zu wollen und um Aspekte wie internationale Zusammenarbeit, Wirkung von Stiftungsvermögen und Digitalisierung zu erweitern.

„Für demokratisches Gemeinwesen einsetzen“

Daniela Kobelt Neuhaus, neugewählte stellvertretende Vorstandsvorsitzende, blickte auf den Deutschen Stiftungstag im nächsten Jahr: „Wie sich Stiftungen für unser demokratisches Gemeinwesen einsetzen können, wird im Jahr 2019 Schwerpunkt sein. Dabei geht es um unsere Rolle als Förderer der Demokratie und unseren Einsatz für Menschenrechte, Diversität und Toleranz. Es geht aber auch um unser eigenes internes Demokratieverständnis: Wie partizipativ, vielfältig und transparent sind Stiftungen selbst?“ Prof. Dr. Michael Göring, Vorstandsvorsitzender der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius, scheidet nach 20 Jahren in den Gremien des Bundesverbandes aus. Er gab den Stiftungen zum Abschied mit auf den Weg: „Tief beeindruckt hat mich wie unsere Stiftungen insbesondere seit dem Jahr 2015 die Ankunft und das Hiersein geflüchteter Menschen begleitet haben. Hier spiegelt sich die Kernkompetenz von Stiftungen wider: Flexibel, menschlich und unbürokratisch für ein friedliches und freiheitliches Zusammenleben einstehen. Respekt!“

4300 Mitglieder, 8400 Stiftungen

Der Bundesverband Deutscher Stiftungen vertritt die Interessen der Stiftungen in Deutschland. Er hat mehr als 4.300 Mitglieder; über Stiftungsverwaltungen sind ihm 8.400 Stiftungen mitgliedschaftlich verbunden. Damit sind rund drei Viertel des deutschen Stiftungsvermögens im Bundesverband Deutscher Stiftungen organisiert. Der größte und älteste Stiftungsverband in Europa ist das anerkannt führende Kompetenzzentrum für Stiftungen.

www.stiftungen.org

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