16.09.2019 | Von Die Stiftung

Stiftung ohne Nachfolger

Der Stifter Edmund Häffner aus Bingen wird die von ihm gegründete Pfarrer-Como-Stiftung auflösen, da er keinen Nachfolger finden kann. Das Stiftungsvermögen wird auf die Soonwaldstiftung übertragen, eine Stiftung mit ähnlichem Stiftungszweck.

Pfarrer-Como-Stiftung
In Bingen ließ sich kein Nachfolger für die Pfarrer-Como-Stiftung finden, wohl aber in dem knapp 50 Kilometer entfernten Ort Kirn. Foto: Mnntoino/Wikimedia

Ähnlich wie der Pfarrer-Como-Stiftung in Bingen geht es wahrscheinlich vielen kleineren Stiftungen: Da die Stiftung keine Nachfolger findet, die das Engagement ehrenamtlich weiter vorantreiben wollen, wird sie aufgelöst. Ende diesen Jahre geht das Vermögen der Stiftung an die Soonwaldstiftung über, deren Stiftungszweck dem der Pfarrer-Como-Stiftung ähnlich ist: Diese unterstützt hilfsbedürftige Kinder im Raum Bingen und dem Rhein-Main-Gebiet.

Menschen am Rande der Gesellschaft

Der bald 80-jährige Stifter Edmund Häffner sieht den Grund für die Nachfolgeproblematik auch in der Klientel, die die Stiftung unterstützt: „Wir kriegen niemanden mehr, weil wir als mildtätige Stiftung mit Leuten arbeiten, die am Rande der Gesellschaft stehen und unangenehm bekannt sind.“

Mit einem Stiftungsvermögen von 40.000 Euro und zwei Wohnungen im Raum Bingen gehört die Pfarrer-Como-Stiftung zur Gruppe der kleinen Stiftungen in Deutschland. Die Ausschüttung in diesem Jahr betrug 4000 Euro. „Wir zahlen Beträge von vielleicht 250 Euro an die Familien. Das ist für diese schon eine Menge Geld.“ Das ehrenamtliche Engagement von Häffner und einigen Mitstreitern ermöglicht die Ausschüttungen: „Wir haben bis dato nicht einen Cent für Nebenkosten ausgegeben“, erklärt Häffner. Als es zum Kauf der beiden Wohnungen aus dem Kapital der Stiftung kam, fasste der Stifter selbst mit an: Häffner und seiner Mitstreiter renovierten die Wohnungen selbst, auf eigene Kosten.

Dass die Verwaltungskosten niedrig sind, ist Häffner besonders wichtig: Er sitze ebenfalls im Vorstand einer anderen Stiftung. „Da fallen 30 Prozent Verwaltungskosten an – sowas mache ich nicht. Ein kolossaler Aufwand.“

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