06.08.2019 | Von Die Stiftung

Point Alpha: Stiftung in schwieriger Lage

Die hessisch-thüringische Point-Alpha-Stiftung, die an die deutsch-deutsche Teilung Grenze erinnert, leidet unter niedrigen Zinsen und Besucherschwund – der Direktorenposten ist mehr als ein Jahr nach dem Rücktritt Ricarda Steinbachs weiterhin nicht besetzt.

Point-Alpha-Stiftung
Das Point-Alpha-Gelände Foto: Wo st 01 / Wikimedia Commons / CC-BY-SA-3.0-DE, PointAlpha-Compound, CC BY-SA 3.0 DE

Ein Jahr nach dem Rückzug Ricarda Steinbachs hat die Point-Alpha-Stiftung immer noch keine neue Direktorin. Finanziell steht die Organisation offenbar unter Druck. Wie die Fuldaer Zeitung berichtet, versuchen die beiden Vorstandsmitglieder Eberhard Fennel und Berthold Jost, die Stiftung ehrenamtlich voranzubringen. Die Stiftung ist Trägerin der Gedenkstätte Point Alpha an der Grenze von Hessen (Rasdorf) zu Thüringen (Geisa) in der Rhön. Früher befand sich dort ein Beobachtungsposten der US-Armee.

„Dramatische Unterfinanzierung“

Das zentrale Problem sei die „dramatische Unterfinanzierung“, zitiert die Zeitung den 70-jährigen Jost – die offenbar mit der Niedrigzinssituation zusammenhängt. „Während es früher jährliche Zinserträge in Höhe von 400.000 Euro gab, liegt die Summe heute bei um die 185.000.“ Tendenz offenbar fallend. „Besuchten früher noch 90.000 Menschen jährlich Point Alpha, waren es im vergangenen Jahr nur 74.000.“ Die schwierige Finanzlage führen die Akteure auch als Grund für die weiterhin offene Direktorenstelle an. „Wenn wir Leistungsträger gewinnen und halten wollen, brauchen wir mehr Geld“, wird Fennel zitiert. Daher seien die Gehälter bereits um acht Prozent erhöht worden.

Unruhige Monate

Unterdessen suchen die Vorstände auch nach Möglichkeiten, Kosten einzusparen, und haben Pläne, für Schulklassen attraktiver zu werden. Die frühere Direktorin Steinbach ist unterdessen seit Februar 2019 Geschäftsführerin für Kommunikation und Lobbyismus der Gesellschaft für bedrohte Völker in Göttingen. In der Zeit nach ihrem Rücktritt war es – inhaltlich unabhängig davon, so die Akteure – zu Umwälzungen in der Stiftung gekommen: Der halbe wissenschaftliche Beirat trat zurück, es gab Streit um parteipolitische Einflüsse, in den sich unter anderem der SPD-Landesvorsitzende Thorsten Schäfer-Gümbel einschaltete.

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