14.01.2020 | Von Die Stiftung

Rauswurf wegen Klimathesen

„Klimahysterie“ ist das Unwort des Jahres. Wie kontrovers das Thema ist, zeigt auch eine Personalie: Aufgrund seiner Positionierung zum Klimawandel hat sich die Deutsche Wildtierstiftung von ihrem Vorstand Fritz Vahrenholt getrennt.

Wildtierstiftung
Die Deutsche Wildtierstiftung setzt sich für den Schutz der heimischen Fauna ein. Foto: Kurt Bouda/pixelio.de

„Die Deutsche Wildtier Stiftung und ihr Vorstand Prof. Dr. Fritz Vahrenholt sind aufgrund unterschiedlicher Vorstellungen über die Positionierung der Stiftung in der aktuellen klimapolitischen Diskussion übereingekommen, ihre Zusammenarbeit zu beenden“, erklärte die Stiftung Ende Dezember 2019 in einer Pressemitteilung. Vahrenholt, promovierter Chemiker und früher Hamburger Umweltsenator (SPD), habe sich große Verdienste um die Fortentwicklung der Stiftung erworben.

Kritik unterm Stiftungslogo

So habe er unter anderem das Insektensterben mit dem Großprojekt zum Wildbienenschutz in urbanen Räumen Deutschlands zum Thema gemacht.  „Ein besonderes Engagement Prof. Vahrenholts galt der Schaffung von Wildnisflächen in Deutschland.“ Die Wildnisflächen der Stiftung seien in seiner Amtszeit um rund 2.500 Hektar gewachsen. Auch finanziell Situation habe er die Stiftung „auf Erfolgskurs“ gehalten.

Bei allen lobenden Worten waren die Differenzen und der Umgang mit dem Klimawandel offenbar zu stark – zumindest aus Sicht des Präsidiums. Hintergrund ist laut welt.de seine Kritik an der deutschen Klimapolitik, die er unter anderem in einem Brief an alle Bundestagsabgeordneten geschrieben hatte. Aus Vahrenholts Sicht, sei „eine Zielzahl Netto-Null für die CO2-Emission global überhaupt nicht erforderlich ist“, zitiert welt.de. „Nach seinen Modellen müsse lediglich erreicht werden, dass die weltweiten Emissionen nach 2030 nicht weiter ansteigen.“ Vahrenholt vertritt seit geraumer Zeit die Theorie, dass die Sonnenaktivitäten eine entscheidende Rolle bei der Erderwärmung spielten – und ist aus der Fachwelt scharf dafür kritisiert worden, unter anderem vom Klimatologen Stefan Rahmstorf. Dass Varenholt seine Ansichten auch unter dem Logo der Stiftung verbreitete, war für das Präsidium offenbar zu viel.

Kuratorium für Vahrenholt

Wie welt.de weiter berichtet, habe sich das Kuratorium zwar mehrheitlich hinter Vahrenholt gestellt. „Das vierköpfige Präsidium des Gremiums hielt indes an der offenbar schon zuvor beschlossenen Kündigung fest. Die Argumentation lautete in der Sitzung, Vahrenholt habe seine Positionen ohne Abstimmung mit dem Präsidium unter dem Logo der Stiftung verbreitet.“ Vor diesem Hintergrund trat offenbar der CDU-Bundestagsabgeordnete Arnold Vaatz aus dem Kuratorium zurück. Nach Welt-Informationen habe zudem „der frühere E.on-Vorstand Rainer Frank Elsässer, der sein Vermögen eigentlich der Stiftung vererben wollte, die Entscheidung zurückgezogen“.

Zum neuen Vorstand wurde Jörg Soehring bestellt. Er sei mit dem Stifterehepaar Rethwisch „über Jahrzehnte als Berater eng verbunden“ gewesen. Rethwisch war „nach dem Tod des Stifters im Jahre 2014 dessen Testamentsvollstrecker und in den letzten acht Jahren Mitglied des Präsidiums des Kuratoriums und dessen stellvertretender Vorsitzender“.

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