17.03.2013 | Von Die Stiftung

Regierungsbezirk Stuttgart: Schwäbische Stifter haben viele Interessen

In einer von weltbekannten Unternehmen geprägten Region entsteht auch eine vielfältige Stiftungslandschaft. 1.100 rechtsfähige Stiftungen haben im Regierungsbezirk Stuttgart zwischen Main und Neckar ihren Sitz. Die Stuttgarter Stiftungsaufsicht bereitet sich derzeit auf den Deutschen Stiftungstag vor, ebenso viele der dort ansässigen Stiftungen.
von Ralph König

Bekannt ist der Regierungsbezirk Stuttgart mit seinen 4 Mio. Einwohnern vor allem als Heimat besonders wirtschaftsstarker und weltbekannter Unternehmen – die sich natürlich auch in der Stiftungslandschaft wiederfinden. Daneben hat Nordwürttemberg jedoch vielfältige Besonderheiten zu bieten: Der älteste Freizeitpark Deutschlands (Tripsdrill) findet sich hier, genauso wie eine Vielzahl von Schlössern und Burgen, die Schwäbische Alb und das liebliche Taubertal. Und nicht zuletzt wachsen hier edle Tropfen von bundesweitem Rang.

Anfang des Jahres hatten rund 1.100 rechtsfähige Stiftungen ihren Sitz im Bezirk. Das sind etwas mehr als 40% aller Stiftungen in Baden-Württemberg. Mit einem Gesamtvermögen von ca. 3 Mrd. EUR leisten sie wichtige Beiträge in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens.

Das Stiftungswesen in Nordwürttemberg und Hohenlohe-Franken hat eine lange Tradition. So stammt die älteste vom Regierungspräsidium Stuttgart betreute Stiftung – die Hospitalstiftung zum Heiligen Geist in Schwäbisch Gmünd – aus dem Jahr 1269.

In den vergangenen drei Jahrzehnten hat sich die Zahl der Stiftungen im Regierungsbezirk Stuttgart in rasantem Tempo erhöht: Im Jahr 1980 hatten 197 Stiftungen ihren Sitz bei uns. Bereits im Jahr 2000 waren es 593, und diese Zahl hat sich seitdem beinahe noch einmal verdoppelt (2011: 1.097). Dies zeigt nachdrücklich, dass der Stiftungsgedanke in unserem Raum zunehmend mehr Anhänger findet und die Motivation, eine Stiftung zu errichten, stetig steigt.

Werdende Stifter auf ihrem Weg zu beraten und zu begleiten, ist eine zentrale Aufgabe der Stiftungsaufsicht im Regierungspräsidium Stuttgart. Dabei variieren die Stiftungsvermögen sehr stark. Eine Einschätzung, wie hoch dieses mindestens sein sollte, ist Teil unserer Beratung. Schließlich muss das Vermögen auch mit den Stiftungszwecken korrespondieren, die aus den Erträgen finanziert werden sollen. Es empfiehlt sich, rechtsfähige Stiftungen erst dann zu errichten, wenn das Stiftungsvermögen mindestens 100.000 EUR beträgt. Denn bei geringerem Vermögen, so zeigt die Erfahrung, ist es kaum möglich, einen Stiftungszweck dauerhaft und nachhaltig zu erfüllen. In solchen Fällen ist die Errichtung einer Treuhandstiftung bzw. die Zustiftung in eine bereits bestehende Stiftung ein sinnvoller Weg.

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