06.12.2019 | Von Die Stiftung

SOS-Kinderdorf-Stiftung über Finanzmythen

Rundumschlag in Sachen Kapitalanlage: In einem Weißbuch stellt die SOS-Kinderdorf-Stiftung wichtiges Basiswissen der Kapitalanlage zusammen, räumt mit hartnäckigen Mythen auf und geht auch auf Haftungsfragen ein.

SOS-Kinderdörfer
Aktien im Blick? Stiftungen können sich dieser Tage durch Anleihencoupons alleine nicht mehr finanzieren. Foto: Andreas Hermsdorf/pixelio

Die SOS-Kinderdorf-Stiftung befasst sich in ihrem Weißbuch „Niedrigzins, Mythen der Mündelsicherheit und Mut zur Veränderung: Wie Stiftungen erfolgreich wirtschaften können“ mit der Kapitalanlage von Stiftungen und den Herausforderungen der aktuellen Situation am Kapitalmarkt. Im Vorwort der Studie nennen die Autoren um Geschäftsführerin Petra Träg das Motiv, andere Stiftungen „an den Erfahrungen der SOS-Kinderdorf-Stiftung und ihrer 74 Treuhandstiftungen“ teilhaben zu lassen.

Mit Mythen aufräumen

Zentrale These des Weißbuchs ist, dass das Niedrigzinsumfeld Stiftungen zwingt, auch andere Anlageformen als Anleihen in Betracht zu ziehen. Denn Anleihen kämen auf Grund der niedrigen Verzinsung als Anlageklasse kaum noch in Betracht. Gleichsam hielten sich im Dritten Sektor hartnäckige Mythen rund um das Thema Kapitalanlage, die Stiftungsvorstände von einer Veränderung der bisherigen Kapitalanlage abhielten. Dazu zähle beispielsweise der Glaube, dass das Stiftungskapital mündelsicher angelegt sein müsse, dass es eine 70/30-Quoten-Regelung für Anleihen und Aktien gebe oder dass ein Investment in Aktien reine Spekulation sei.

Um auch bei niedrigen Zinsen ausreichend hohe Erträge zu erwirtschaften, gelte es, mit diesen falschen Annahmen zu brechen. Stiftungsvorstände sollten sich vielmehr, so die Autoren, mit dem Thema Kapitalanlage, mit den Anlagerichtlinien der Stiftung sowie mit Haftungsfragen auseinandersetzen. Denn Stiftungen, deren Satzung diesbezüglich keine konkreten Angaben macht, ließen den Stiftungsvorständen einen hohen Freiheitsgrad bei der Ausgestaltung der Kapitalanlage. Wichtig sei es für Vorstände, jede Investmententscheidung genau zu dokumentieren – so könnten diese im Härtefall nachweisen, dass sie ihre Entscheidung mit der notwendigen Sorgfalt getroffen haben.

Kostenloser Download

Das Papier nennt außerdem wichtige Voraussetzungen eines jeden Portfolios, wie eine ausreichende Diversifikation, und stellt die wichtigsten Anlageklassen vor. Am Ende steht die Einsicht, dass jede Anlageklasse über ein anderes Rendite-Risiko-Profil verfügt: „Wer mehr Sicherheit haben möchte, kann sicheren Anlagen ein tendenziell höheres Maximalgewicht zugestehen, wer mit stärkeren Kursschwankungen und vorübergehenden Buchverlusten gut umgehen kann, der kann risiko- und zugleich renditeträchtigeren Anlagen eine höhere maximale Allokation geben“, so die Autoren.

Kurzum: das Papier nennt relevante Einsichten rund um das Thema Kapitalanlage von Stiftungen im aktuellen Marktumfeld. Da die Autoren jeweils die Quellen für ihre Aussagen nennen, enthält das Papier zudem einige Tipps für eine vertiefende Lektüre. Die Publikation steht auf der Webseite der SOS-Kinderdorf-Stiftung zur Verfügung (zum Herunterladen hier klicken).

Über die SOS-Kinderdorf-Stiftung

Die SOS-Kinderdorf-Stiftung ist eine gemeinnützige Stiftung des bürgerlichen Rechts. Sie wurde 2003 vom SOS-Kinderdorf e.V. gegründet, um die Arbeit des Vereins im In- und Ausland zu unterstützen. Die jährlichen Erträge des Stiftungskapitals kommen sozial benachteiligten Kindern, Jugendlichen und Familien sowie Menschen mit Behinderungen zugute, die in Einrichtungen des SOS-Kinderdorf e.V. betreut werden.

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