29.03.2018 | Von Die Stiftung

Stadtbäume dank Stiftungen

Die Zahl der Stadtbäume geht deutschlandweit zurück. Doch zugleich gibt es eine Gegenbewegung. Die Allianz-Umweltstiftung sowie die Stiftung „Die grüne Stadt“ gehören zu den Unterstützern von Kommunen, die ihren Baumbestand erhöhen möchten.

Stadtbäume
Seltener werdendes Idyll: Die Zahl der Bäume in Deutschlands Städten geht zurück. Hier der Rathausgarten von Lüneburg. Bernd Kasper / pixelio.de

Die Stadtbaumkampagne der Allianz-Umweltstiftung geht in eine neue Runde. Münster ist die siebte Station, der die Allianz zu ihrem 125-Jahre-Firmenjubiläum jeweils 125 Stadtbäume schenkt. Auch wenn das Jubiläum schon drei Jahre her ist, wird weitergepflanzt. Nach München, Berlin, Düsseldorf, Karlsruhe, Essen und Leipzig nun auch in Münster. Im Herbst werden an öffentlichen Spielplätzen 125 Bäume im Wert von insgesamt 125.000 Euro gepflanzt, teilte die Allianz-Umweltstiftung mit. Am 21. März 2018 unterschrieben Stadt und Stiftung den Fördervertrag und pflanzten einen symbolischen ersten Baum.

Stadtbäume für bessere Luft

Stadtbäume spenden Schatten, reinigen Luft und sind eine Wohltat für die Augen – sie machen Städte lebenswerter. In Münster werden sie im Herbst an etwa 60 öffentlichen Spielplätzen gepflanzt. Als jeweils zwei bis drei Schattenbäume pro Spielplatz sollen sie dazu beitragen, den Aufenthalt auch an heißen Sommertagen erträglich zu gestalten. Als Baumarten kommen Hainbuche, Silberweide, Feldahorn und Vogelkirsche zum Einsatz.

Umweltbildung und Rückgang des Stadtbaumbestands

Gleichzeitig will die Stadtbaumkampagne auch zur Umweltbildung beitragen. Deshalb erhält jeder der 60 Spielplätze neben den Bäumen eine Tafel, auf der die Bedeutung der Bäume für eine lebenswerte Stadt dargestellt ist und Wissenswertes über Bäume vermittelt wird. So kann man zum Beispiel erraten, ob die Blätter des Feldahorns früher zum Feuermachen, zur Papierherstellung oder als Nahrung verwendet wurden – die richtige Antwort ist jeweils hinter einer Klappe versteckt – und am Ende dieser Meldung.

Doch die Zahl der Stadtbäume geht deutschlandweit zurück, ihre Lage ist kritisch. Krankheiten, Schädlingsbefall sowie Verletzungen an Rinde und Wurzelwerk führen regelmäßig dazu, dass Bäume gefällt werden müssen. Brachen fallen dem Bauboom zu Opfer. Oft werden mehr Bäume gefällt, als neu- oder nachgepflanzt.

Debattenbeitrag und Esskastanien

Mit Bäumen in der Stadt beschäftigt sich auch die Stiftung „Die grüne Stadt“: Ihr geht es um ein optimales Verhältnis von Verkehr, Kultur, Tourismus, Wirtschaft und städtischem Grün – denn nur das richtige Grün am richtigen Ort könne eine positive und nachhaltige Wirkung entfalten. „Wir meinen, es sei aus ökologischen, ökonomischen und nicht zuletzt sozialpolitischen Gründen geboten, optimal passende Pflanzen für den ‚Problemstandort Stadt‘ zu verwenden und in Städten Bedingungen für Pflanzen zu schaffen, damit sie ihre Funktion für uns Menschen bestmöglich erfüllen können“, erklärt Vorstand Markus Guhl. Seine Stiftung hat eine Broschüre herausgegeben, die einen Beitrag zur Debatte um die grüne Stadtentwicklung leisten will.

Die Esskastanie ist übrigens Baum des Jahres 2018, gekürt von der Dr.-Silvius-Wodarz-Stiftung. Die Stiftung stellt den Baum als „Einzelwesen“ in den Fokus: „Wo auch immer wir ihm begegnen – im Garten, an der Straße, in Wohngebieten, in der Landschaft, im Wald, in Parks oder in einer Plantage“. Die Esskastanie ist in Deutschland – von wenigen regionalen Ausnahmen abgesehen – eine seltene Baumart, jedoch auch in Städten zu finden.

Die Blätter des Feldahorns wurden übrigens früher als Salat verwendet – vielleicht ist das auch heute noch ein Versuch wert?

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