27.06.2019 | Von Die Stiftung

Streit um gemeinsame Schlösser-Stiftung

Vom Bund würden Millionen Euro winken – doch die Pläne, eine gemeinsame Schlösser-Stiftung für Sachsen-Anhalt und Thüringen zu errichten, sind in Thüringen nicht unumstritten. Angesichts eines hohen Investitionsbedarfs sieht die Landesregierung aber keine Alternative.

Schlösserstiftung
Schloss Friedenstein im thüringischen Gotha. Foto: Stefan C. Hoja, Gotha-schloss-friedenstein-westen, CC BY-SA 4.0

Es geht um insgesamt 200 Millionen Euro Gelder vom Bund: Mit dieser Summe – je 100 Millionen Euro – könnten Sachsen-Anhalt und Thüringen rechnen, wenn sie gemeinsam eine Schlösser-Stiftung errichten. Doch der Plan ist umstritten. Während etwa die rot-rot-grüne Landesregierung in Thüringen daran festhält, übt die CDU-Fraktion Kritik. Sie befürchte einen „Ausverkauf Thüringer Kulturgüter“ sowie einen Eingriff des Bundes in die Kulturhoheit der Länder, wie der MDR berichtet.

200 Millionen vom Bund, 200 Millionen von den Ländern

Der Widerspruch betrifft auch die Bedingungen, die die Bundesregierung gestellt hat: Damit die 200 Millionen fließen, müssen die beiden Bundesländer insgesamt dieselbe Summe einbringen. Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) spricht in diesem Zusammenhang von „goldenen Zügeln“, will sich den Geldsegen aus Berlin jedoch nicht entgehen lassen.

Er verwies laut NTV auf den hohen Investitionsbedarf für Thüringens Schlösser. Dieser „liege allein bei den Immobilien, die die Thüringer Schlösser-Stiftung verwalte, bei mehr als 300 Millionen Euro. Kulturstaatssekretär Malte Krückels sprach demnach von einer der „größten Chancen zur Sanierung und Entwicklung unserer Burgen, Klöster, Schlösser und Gärten“ seit der Wiedervereinigung. Von einem Ausverkauf Thüringer Kulturdenkmäler, wie die CDU und einige andere Kritiker meinten, könne keine Rede sein.

Sitz in Erfurt und Halle

„Die Stiftung soll laut Krückels einen Doppelsitz in Erfurt und Halle haben, wobei Halle formal der rechtliche Sitz würde.“ Gothas Oberbürgermeister Knut Kreuch (SPD) beanspruchte den Thüringer Stiftungssitz für seine Stadt. In die Stiftung sollen laut Staatssekretär aufgenommen werden:

  • Schloss und Park Friedenstein Gotha
  • Schlosskomplex Sondershausen einschließlich der Fürstengruft
  • Veste Heldburg
  • Schlosskomplex Heidecksburg
  • Schloss Schwarzburg
  • Klosterruine Paulinzella.
  • Schloss Reinhardsbrunn (sobald es tatsächlich in Landesbesitz ist – der Besitzer wurde enteignet, um den Verfall des Gebäudes zu stoppen)
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