26.04.2019 | Von Die Stiftung

Studie zu Green Bonds: Es mangelt an Transparenz

Der Markt für Green Bonds wächst Jahr für Jahr. Eine Studie des Südwind-Instituts kommt zu dem Ergebnis, dass viele der begebenen Anleihen nicht transparent sind: Nicht einmal die Hälfte der Emittenten lege offen, welche Projekte konkret durch die Anleihen finanziert werden.

Studie Green Bonds
Green Bonds können beispielsweise dazu dienen, Wind- und Solarkraftanlagen zu finanzieren. Foto: Petra Bork/pixelio

Anleihen oder in Englisch: bonds sind ein klassisches Finanzinstrument, das dem, der sie kauft, feste Zinsen und ein Recht auf Rückzahlung garantiert. Als „Green Bonds“ werden solche Anleihen bezeichnet, bei denen die eingeworbenen Mittel einem Projekt zufließen, das im Hinblick auf Umwelt- (Environment) und soziale Kriterien (Social) sowie Aspekte guter Unternehmensführung (Governance) besonders gut aufgestellt ist. Die Ratingagentur Moody’s schätzt das Gesamtvolumen der begebenen Anleihen für das Jahr 2018 auf 250 Milliarden Dollar.

Eine durch die Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) geförderte Studie des Bonner Südwind-Instituts stellt dem Markt für Green-Bonds jedoch schlechte Noten in Sachen Transparenz aus: Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass von über 400 untersuchten Emittenten nicht einmal die Hälfte offenlegt, welche konkreten Projekte mit den Green Bonds finanziert werden. Zudem werden von rund 3.000 Projekten zwei Prozent als problematisch eingeschätzt, weil sich der ökologische Nutzen nicht erschließe.

„Green Bonds müssen auch im Hinblick auf ihre qualitative Aussagekraft besser werden“, sagt Michael Dittrich, DBU-Abteilungsleiter Finanzen und Verwaltung, zu den Ergebnissen der Studie. „Zukünftig brauchen wir Standards und Referenzgrößen zum Beispiel für die Berechnung von Kohlendioxid-Einsparungen, damit Vergleiche zwischen unterschiedlichen Anbietern möglich werden.“

Die DBU selbst hat nach Dittrichs Angaben rund 50 Millionen Euro in Green Bonds investiert. Nachhaltige Kapitalanlagen seien ein fester Bestandteil der Anlagestrategie des hauseigenen Vermögensmanagements der DBU mit ihrem Kapital von über 2,2 Milliarden Euro. 85 bis 90 Prozent aller Aktien und Anleihen von Unternehmen im Bestand der Stiftung seien nachhaltig.

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