12.07.2019 | Von Die Stiftung

Türkei: Seta-Stiftung kontra Journalisten

Ein Bericht über internationale Medienorganisationen der türkischen Seta-Stiftung stößt international auf Kritik. Verbände werfen dem AKP-nahen Thinktank Diffamierung und Drangsalierung vor. Er hatte in dem Papier auch eine Liste von Journalisten erstellt.

Seta-Stiftung
Atatürk-Mausoleum in Ankara Foto: Photo by Selahattin Sonmez, edited by Dsmurat, Protect Your Republic Protest - 6 (2007-04-14) edit, CC BY-SA 2.5

„International Media Outlets’ Extensions in Turkey“ – die Fortsätze internationaler Medien in der Türkei lautet das Thema eines Dossiers der Seta-Stiftung, das für Aufsehen sorgt. Die nach eigener Aussage unabhängige türkische Organisation zeigt nach Auffassung ihrer Kritiker darin allerdings ihre Nähe zur Regierungspartei AKP von Recep Tayyip Erdogan überdeutlich: Es gehe offensichtlich darum, „türkische Mitarbeiter internationaler Medienhäuser, wie BBC, Deutsche Welle, der Frankfurter Allgemeinen Zeitung oder Voice of America an den Pranger zu stellen“, so tagesschau.de.

Vorwurf der Schikanierung

Wie euronews.com berichtet, wirft das 202-seitige Dossier Journalisten vor, „regierungsfeindliche Sprache“ zu benutzen und führt auch Beispiele an von Nachrichten, die Journalisten in sozialen Medien teilen. Die internationale NGO Reporter ohne Grenzen warf dem Thinktank eine neue Qualität von „Schikanierung ausländischer Korrespondenten“ vor. Man verurteile diesen neuen Einschüchterungsversuch durch die Seta-Stiftung scharf und stehe den Kollegen.

Reporter ohne Grenzen stuft die Türkei auf Platz 157 von 180 auf der internationalen Rangliste der Pressefreiheit ein.

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