11.02.2019 | Von Die Stiftung

Welthungerhilfe – Präsidentin fordert faires Wirtschaften

Die neue Präsidentin der Deutschen Welthungerhilfe fordert Standards für faires Wirtschaften. Die 61-jährige Juristin Marlehn Thieme folgt auf die frühere Bonner Oberbürgermeisterin Bärbel Dieckmann, die das Amt nach zehn Jahren überraschend zur Verfügung gestellt hat.

Welthungerhilfe
Die neue Präsidentin der Welthungerhilfe Marlehn Thieme ist auch Vorsitzende des ZDF-Fernsehrats. Foto: Papsch/Welthungerhilfe

Mehr verbindliche Standards für faires und umweltbewusstes Wirtschaften, fordert die neue Präsidentin der Welthungerhilfe Marlehn Thieme – „bei einzelnen Unternehmen über ganze Sektoren wie Industrie, Landwirtschaft und Finanzmärkte bis hin zur Gesetzgebung auf nationaler Ebene und zu international gültigen Vereinbarungen“. In einem Interview mit dem Spendermagazins des Vereins formuliert sie, die „Globalisierung in einen Wettbewerb zum Guten für alle Menschen zu wenden“. Darin rückt sie auch die Auswirkungen des Klimawandels auf die Arbeit der Welthungerhilfe in den Blick. „Viele Länder leiden unter Ernteeinbußen infolge von Dürren oder Überschwemmungen. Gerade in armen Staaten sind kaum Kapazitäten vorhanden, um die entstandenen Verluste wieder wettzumachen und die Ernährung der Bewohner sicherzustellen“, so die Juristin.

Dieckmann dankt Kollegen der Welthungerhilfe

Marlehn Thieme wurde am 22. November zur neuen Präsidentin der gemeinnützigen Organisation gewählt. Sie folgte damit auf Bärbel Dieckmann, die das Amt nach zehn Jahren für Beobachter überraschend aus persönlichen Gründen niederlegte. Dieckmann, Oberbürgermeisterin von Bonn von 1994 bis 2009, sieht sich einer Schadensersatzklage in Millionenhöhe durch die Stadt gegenüber. Hintergrund ist der Skandal um den Bau des World Conference Center Bonn (WCCB). Vor der Mitgliederversammlung zeigte sich Dieckmann laut Pressemitteilung, „dankbar dafür, dass ich für diese ganz besondere Organisation zehn Jahre als ehrenamtliche Präsidentin arbeiten und sie nach außen vertreten konnte. Die Welthungerhilfe ist eine der großen deutschen Hilfsorganisationen, die in Tausenden von Entwicklungsprojekten und Programmen der humanitären Hilfe die Lebenssituation von Menschen in Afrika, Asien und Lateinamerika verbessern konnte. Wir haben den uns möglichen Beitrag zur Reduzierung des Hungers in der Welt geleistet“. Ihr Dank gelte deshalb in besonderer Weise den 2.500 Kollegen und Kolleginnen, die mit Kraft und Engagement, mit Wissen und Innovationsfähigkeit im Inland und im Ausland in momentan 38 Ländern arbeiteten. „Sie haben mir immer wieder gezeigt, wie mutig Menschen auch in herausfordernden Kontexten und manchmal unter extremen Bedingungen wie im Südsudan oder der Zentralafrikanischen Republik Dinge bewegen“, so Dieckmann.

Vernetzte Nachfolgerin

Nachfolgerin Marlehn Thieme ist seit 2004 Mitglied des Rates für Nachhaltige Entwicklung und leitet das Gremium, das die Bundesregierung berät, seit 2012 als Vorsitzende. Die 61-jährige Juristin ist außerdem seit 2003 Mitglied des Rates der evangelischen Kirche und leitet den ZDF Fernsehrat. Sie verfügt über langjährige Erfahrungen im Bereich der privaten Stiftungen. „Mein großer Respekt gilt der beeindruckenden Leistung von Bärbel Dieckmann und der Welthungerhilfe in den vergangenen zehn Jahren. Ich empfinde es als Auszeichnung, mich für die Welthungerhilfe einsetzen zu können, freue mich auf die anspruchsvolle Aufgabe und werde meine breiten Erfahrungen einbringen. Hunger und Armut sind kein unabwendbares Schicksal. Ich bin überzeugt, Menschen können etwas bewegen und ich möchte meinen Beitrag dafür leisten“, so Thieme.

www.welthungerhilfe.de

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