22.08.2019 | Von Die Stiftung

Wohin mit der „Landshut“?

Im September 2017 kam die frühere Lufthansa-Maschine „Landshut“ in Deutschland an – die Arbeiten an einem Ausstellungskonzept um die RAF-Entführung begannen. Zwei Jahre später gibt es immer noch keine Lösung, wo das historische Flugzeug der Öffentlichkeit gezeigt werden soll.

Landshut
Die „Landshut“ als Maschine der Lufthansa im Jahr 1975 Foto: Ken Fielding/https://www.flickr.com/photos/kenfielding, D-ABCE B737-230C Lufthansa MAN 24OCT75 (6141698947), CC BY-SA 3.0

Der Fund war spektakulär, die Erwartungen groß: Im März 2017 erfährt David Dornier davon, dass die frühere Lufthansa-Maschine „Landshut“ flugunfähig und rostend im brasilianischen Fortaleza steht. Der Museumsdirektor und Enkel des Flugzeugkonstrukteurs Claude Dornier ergreift die Chance, im September kommt die „Landshut“ in Friedrichshafen an. Das Auswärtige Amt hatte 20.000 Euro für die Maschine bezahlt.

Anfang 2018 beruft die Dornier-Stiftung für Luft- und Raumfahrt hat einen siebenköpfigen wissenschaftlichen Beirat, der die Erarbeitung und Umsetzung des Ausstellungkonzepts einschließlich der Remontage und Restaurierung der ehemaligen Lufthansa-Maschine „Landshut“ begleiten soll. „Die Maschine soll eines Tages im Dornier Museum in Friedrichshafen gezeigt werden“, ist auf www.die-stiftung.de zu lesen. Ende 2018 geht ein öffentlicher Streit um den Beirat durch die Presse.

Eine Frage des Geldes

Eine Entscheidung über den künftigen Standort lässt weiterhin auf sich warten. Die „Landshut“ befindet sich im selben Hangar in Ludwigshafen, wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet. Das Projekt stehe vor dem Aus, „eine für September geplante Sitzung des wissenschaftlichen Beirats“ sei abgesagt worden, „weil David Dornier den Wunsch von Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU), die jährlichen Betriebskosten in Höhe von etwa 250.000 bis 300.000 Euro zu übernehmen, offenbar nicht erfüllen will“. Die erwäge nun „alternative Standortoptionen“, wird eine Sprecherin zitiert.

Die Positionen scheinen unvereinbar: Das Ministerium erklärt, Voraussetzung für die Realisierung des Projekts durch die Dornier-Stiftung für Luft- und Raumfahrt (DSLR) sei die „vollständige Finanzierung der Kosten für den laufenden Betrieb der ,Landshut‘-Ausstellung durch die Stiftung sowie der Fortbestand des Museums über eine Laufzeit von mindestens 20 Jahren“. Die Stiftung wiederum erklärt in der FAZ, sie habe „seit Beginn des Projekts betont, dass sie sich nicht an den Kosten für den Betrieb beteiligen kann. Sie kann für die Ausstellung ein Grundstück mit Anbindung an das Dornier-Museum zur Verfügung stellen und mit Logistik sowie Know-how unterstützen. Eine Beteiligung an den Betriebskosten ist der Stiftung aus aufsichtsrechtlichen Gründen nicht möglich“.

Bonn oder Stammheim?

Dazu kommt offenbar – CDU-interne – Uneinigkeit über geeignete Standorte, wie die FAZ berichtet. So habe der Leiter des Hauses der Geschichte in Bonn, Hans Walter Hütter angeboten, etwa eine Tür der „Landshut“ auszustellen, nicht jedoch das gesamte Flugzeug, für das ein neuer Hangar gebaut werden müsste. Auch der Stuttgarter Bezirk Stammheim sei in der Diskussion. Sicher scheint momentan nur, dass die Suche nach einer Bleibe für die „Landshut“ noch Zeit brauchen wird.

www.dornierstiftung.de

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