Die Klima- und Umweltstiftung MV will sich endgültig von der Nord Stream 2 AG lösen – und hierfür ihre Verbindlichkeiten begleichen. Noch ist nicht geklärt, ob dem die Sanktionen im Wege stehen.

Die Nord Stream 2 AG soll zwölf Millionen Euro von der Klima- und Umweltstiftung MV zurückbekommen. Das sagte der Vorstandsvorsitzende Erwin Sellering gegenüber der „Welt am Sonntag“. Mit der Zahlung sollen die Verbindlichkeiten der umstrittenen Stiftung bei der Schweizer Gazprom-Tochter beglichen werden. Die Stiftung hatte nach Russlands Angriff auf die Ukraine die Zusammenarbeit mit der Nord Stream 2 AG beendet. 

Klimastiftung kaufte, Nord Stream 2 bezahlte

Das Geld stammt demnach vor allem aus Erlösen, die durch den Verkauf von Materialien, Maschinen und Geräten zusammenkommen. Die Stiftung hatte sie mit Geld von Nord Stream 2 gekauft, um die gleichnamige Gaspipeline fertigzustellen. Bei zwei Millionen Euro handelt es sich laut Sellering um die Anzahlung für Arbeiten, die nach Kriegsbeginn entfielen.

Nach der Tilgung soll eine Auflösungsvereinbarung finanzielle Bindungen zwischen der Klimastiftung und Nord Stream 2 beenden. Noch sei unklar, so die Stiftung, ob sie „sanktionsrechtlich gehindert“ sei, das Geld zu überweisen. Der Nord Stream 2 AG mit Sitz im Kanton Zug droht nach dem Stopp des Pipelineprojekts die Insolvenz.

165 Millionen Euro Projektvolumen

Insgesamt hat die Klima- und Umweltstiftung MV über ihren wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb nach eigenen Angaben mit rund 80 Unternehmen Verträge mit einem Volumen von insgesamt 165 Millionen Euro abgeschlossen, um Nord Stream 2 trotz US-Sanktionen fertigzustellen. Die fertiggestellte Pipeline ist nie in Betrieb gegangen. Auch der offenbar für diesen Zweck gegründeten Stiftung steht das Ende bevor: Nach öffentlichem Ringen um die Zukunft der Stiftung haben sich Vorstand und Landesregierung auf eine geordnete Abwicklung geeinigt.

 

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