20.03.2013 | Von Die Stiftung

Auf Weltreise in einem Wirtshaus

So sieht der Alltag in Ländern aus, die ganz andere Probleme haben als Staatsschuldenkrisen: Ein Mädchen aus dem Irak verliert bei einem Bombenangriff ein Bein, ihre Schwester stirbt bei dem Inferno. Wenig später ertrinkt ihr Bruder bei der Flucht vor amerikanischen G.I.s im Euphrat.

So sieht der Alltag in Ländern aus, die ganz andere Probleme haben als Staatsschuldenkrisen: Ein Mädchen aus dem Irak verliert bei einem Bombenangriff ein Bein, ihre Schwester stirbt bei dem Inferno. Wenig später ertrinkt ihr Bruder bei der Flucht vor amerikanischen G.I.s im Euphrat. Da auch die Eltern inzwischen verstorben sind, ist das Mädchen nun Vollwaise. In der Demokratischen Republik Kongo wird Vergewaltigung mittlerweile zur Demoralisierung des Gegners im Bürgerkrieg genutzt. Entsprechend stark ist dort AIDS verbreitet. Bei dem vom deutschen Oberst Klein befohlenen Luftangriff bei Kunduz im Norden Afghanistans wurden im September 2009 nach Angaben des Opferanwalts 137 Zivilisten getötet. Einige Kinder hat der Einsatz, dessen Rechtmäßigkeit bis heute umstritten ist, zu Waisen gemacht.

Foto: Gregor JungheimIhnen allen hilft die vom CDU-Politiker und Publizisten Dr. Jürgen Todenhöfer gegründete Stiftung Sternenstaub. Über die von ihr verwaltete Treuhandstiftung „Wir sind die Welt“ baut sie im Südosten Kabuls ein Waisenhaus und versorgt Kinder im Irak mit Prothesen. Im Kongo finanzierte der Stifter den Bau eines Krankenhauses für HIV-infizierte Kinder.

Ihre Arbeit stellte die Organisation an einem ungewöhnlichen Ort vor: Im früheren Gasthaus zur Hundskugel, bis zur Schließung vor zwei Jahren die älteste Wirtschaft Münchens, traf sich ein illustrer Kreis aus Interessierten, darunter auch ein in München lebender Prinz aus Benin. Den ehemaligen Schankraum hat die Stiftung nun zu einem sozialen Treffpunkt umfunktioniert.

Darum dreht sich auch das zweite Anliegen der Organisation, das sie über eine Ago genannte Treuhandstiftung verfolgt: Beim Projekt „Jung für Alt“ besuchen Studenten Senioren und gehen mit ihnen auf Unternehmungen, die sich diese allein nicht mehr zutrauen würden.

Dieses Anliegen vorzustellen, war die Hauptgrund für die Stiftung, die ohne Fundraising auskommt und ihr Grundstockvermögen geheim hält, am Stiftungsfrühling teilzunehmen. „Wir wollten vor allem Menschen inspirieren, sich in der Seniorenarbeit zu engagieren“, sagte Vorstand Valérie Todenhöfer, eine der Töchter des Stifters. Aber es bestand auch Interesse, andere NPOs kennen zu lernen. „Wir bekommen manchmal Anfragen, die wir nicht erfüllen können, z.B. zur humanitären Hilfe im Ausland“, berichtete Geschäftsführer Belal El-Mogaddedi. „Da ist es gut, ein paar Adressen zu haben.“

Gregor Jungheim

Stiftung Sternenstaub

info@stiftungsternenstaub.com

www.stiftungsternenstaub.com

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