05.02.2013 | Von Die Stiftung

„Die Stiftung ist meine Herzensangelegenheit“

Quelle: Christian Lell Stiftung

DIE STIFTUNG: Sie kommen aus einer Einzel-/Teamsportart. Wie wichtig ist Teamgeist im Stiftungswesen?
Christian Lell:
Im Fußball zählt vor allem das Team und auch im Stiftungswesen kann man ohne Teamgeist und ehrenamtlichen Einsatzwillen nichts bewegen. Die Christian Lell Stiftung ist sehr stolz auf die Hilfe des Kuratoriums, der leitenden Ärzte der Mukostationen und vielen weiteren helfenden Menschen!

DIE STIFTUNG: Was will Ihre Stiftung erreichen und wie verfolgt sie diesen Zweck?
Lell:
Unser Ziel ist es die gleichen Ausgangschancen für Menschen mit Mukoviszidose zu erreichen. Durch die, dank dem medizinischen Fortschritt, gestiegene Lebenserwartung sehen sich Betroffene heute ebenso mit Fragen der Berufswahl und Familienplanung konfrontiert wie Gesunde. Vor allem die Thematik der Ausbildungsplätze stellt ein großes Problem dar. Deshalb hat es sich die Christian Lell-Stiftung zur Aufgabe gemacht den Betroffen zu helfen, einen Platz in der Gesellschaft sowie auch Arbeitgeber zu finden, die eine Ausbildung oder Beschäftigung ermöglichen. Dabei arbeiten wir mit Partnern wie BMW zusammen und streben eine Zusammenarbeit mit Parlament, Landesregierungen, Kommunen sowie mit anderen Behindertenverbänden an. Die Betroffenen wollen ein möglichst normales Leben führen und sind – mit gewissen Einschränkungen – auch dazu in der Lage.

Quelle: Christian Lell Stiftung

DIE STIFTUNG: Was ist ihr derzeit wichtigstes Projekt?
Lell: Unserer Stiftungsarbeit differenziert nicht zwischen wichtigen und weniger wichtigen Projekten. Wir versuchen allen Anfragen im gleichen Maße gerecht zu werden. Aktuell zum Beispiel versuchen wir eine Zusammenarbeit mit Bulgarischen Organisationen zu organisieren. In Bulgarien ist die Situation der Mukovizidosebetroffenen unheimlich schlimm. Dort werden Menschen mit Mukovizidose kaum älter als 25 Jahre.

DIE STIFTUNG: Ist es für Sie eine soziale Verpflichtung Ihren Status als Prominenter für den guten Zweck zu nutzen?
Lell: Natürlich ist es oftmals hilfreich, durch meine Prominenz das Thema Mukoviszidose in die Öffentlichkeit bringen zu können und damit sozusagen meinen Status für den guten Zweck zu nutzen. Bei Sponsoren und Helfern findet man oftmals leichter und schneller Gehör, wenn man als in der Öffentlichkeit stehende Person an die Menschen heran tritt.

DIE STIFTUNG: Welche Erfahrung als Stifter möchten Sie nicht missen?
Lell:
Wenn ich Betroffenen jetzt und in Zukunft helfen kann, bin ich absolut zufrieden. Ich habe meine Stiftung nicht ins Leben gerufen um Erfahrungen zu machen, welche ich nicht missen möchte. Meine Schwester leidet unter Mukoviszidose und ich habe schon als kleiner Junge miterlebt wie belastend diese Krankheit ist. Die Stiftung ist meine Herzensangelegenheit.

DIE STIFTUNG: Herr Lell, besten Dank für diesen privaten Einblick und weiterhin alles Gute für Ihre Stiftungsarbeit.

Das Interview führte Jennifer E. Muhr

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