08.09.2016 | Von Die Stiftung

Institutionelles Fundraising leicht gemacht

Fundraiso.ch ist eine Datenbank, die institutionelles Fundraising vereinfachen möchte. Rund 9‘000 Personen nutzen das Angebot monatlich. Die Plattform ermöglicht es, tagesaktuelle Daten von Grossspendern mittels modernen Suchfunktionen einfach zu durchsuchen. Ein Angebot, das auch für Nutzer aus dem Ausland attraktiv ist.
Von Dr. Juraj Sykora

 

Fundraiso.ch wurde im Frühling 2014 mit der Absicht gegründet, professionellen sowie ehrenamtlichen Mittelbeschaffern einen hochwertigen Suchindex für institutionelles Fundraising anzubieten. Neben Stiftungen sollten entsprechend auch andere institutionelle Grossspender wie Firmen, Vereine oder staatliche Fonds mittels verschiedener Suchfunktionen auffindbar sein.

Um das zu gewährleisten bietet fundraiso tagesaktuelle Datensätze, die anhand von Filtern und Stichworten durchsucht werden können. So ist es möglich relevante Einrichtungen aus einem klar definierten Bereich, beispielsweise Kultur oder Entwicklungshilfe, zu finden. Zudem sind die Stiftungen in fördernde und operative Einrichtungen unterteilt; Fundraiser können die für sie irrelevanten operativen Einrichtungen dank einem speziellen Filter ausblenden. Eine Suche nach Postleitzahlen erlaubt es zudem einen regionalen Fokus zu setzen.

Da hochwertige Projekte heute meist von verschiedenen Seiten (staatlich, kommerziell und gemeinnützig) gefördert werden, verfolgt fundraiso das Ziel, nachhaltig alle drei Bereiche mit Daten abzudecken. „Wir stellen fest, dass institutionelles Fundraising heute sektorenübergreifend geschieht. Das hat sich unter anderem so entwickelt, weil viele Projekte interdisziplinär sind und zugleich verschiedene Ziele verfolgen“, sagt Mitinhaber und Geschäftsführer Rainer Jauch.

Auch als Stiftungssuchmaschine nutzbar
Aufgrund des hohen Stellenwerts der Schweizer Stiftungen im institutionellen Fundraising (auch in numerischer Hinsicht) hat sich fundraiso.ch bis zu einem gewissen Grad als eine Stiftungssuchmaschine etabliert. „Entsprechend erhalten wir ständig Feedback von und über Stiftungen, welches wir in die Datenbank einbauen. Diese Mehrinfos helfen künftigen Usern und regen den Austausch über die Plattform an“, führt Jauch weiter aus.

Neben Schweizer Stiftungen führt die Plattform auch Einträge zu Förderstiftungen in Deutschland, Österreich und Liechtenstein und wird regelmässig von Startups, Hilfswerken, öffentlichen Institutionen, Vermögensverwaltern etc. genutzt – zunehmend auch aus dem Ausland. Daraus lässt sich ableiten, dass der Wettbewerb unter den zu fördernden Organisationen weiter zunehmen wird. Zusätzlich verschärft wird die Situation durch das herausfordernde Zinsumfeld. Die Fördermittel insgesamt schrumpfen, während die Anzahl von Aspiranten ständig zunimmt. „Die Herausforderung für fundraiso liegt darin, den Nutzern keine falschen Hoffnungen zu machen und durch akkurate Daten aufzuzeigen, wo realistische Möglichkeiten für eine Förderung bestehen. Zudem sollen Anfragen dort verhindert werden, wo diese sinnlos sind“, so der IT-Verantwortliche Moritz Gysel von fundraiso.ch.

Projektsuche und Bearbeitungstools erleichtern die Arbeit
Auch einzelne Förderstiftungen suchen auf fundraiso nach förderbaren operativen Stiftungen oder gar spezifischen Projekten, die auf dem dieses Jahr lancierten fundraiso-projectfinder publiziert werden. Mit dieser neuen Funktion möchte die Plattform Förderern die aktive Suche nach hochwertigen Projekten erleichtern, damit sie nicht „nur“ auf Gesuche warten müssen. Dies soll den gesamten Sektor stärken und die administrative Last der Gesuche reduzieren.

„Wir bieten dem Nutzer neben Daten auch praktische Bearbeitungstools, wie beispielsweise Merklisten mit Notiz- und Priorisierungsfunktionen, Export to Excel oder Statusfelder pro Datensatz um die Gesuchstellung zu managen. Damit kann die Arbeit im institutionellen Fundraising strukturierter und effizienter gemacht werden“, erklärt Jauch.

Als Herausforderung für die kommenden Jahre sieht er eine Verbesserung bei der Kommunikation mit Stiftungen. Hier ließe sich die Wirkkraft laut Jauch noch steigern: Derzeit laufe noch zu viel über den Postweg, obwohl die technischen Möglichkeiten für schnellere und effizientere Kommunikation bereits seit einigen Jahren bestehen. „Zunächst müssen die Förderer aber für die modernen Möglichkeiten gewonnen werden. Das wollen wir in den nächsten Jahren vorantreiben“, so Jauch.

 

Dr. Juraj SykoraDr. Juraj Sykora ist seit der Lancierung von fundraiso.ch externer Beratender bei der InternetTime GmbH.

 

 

 

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