21.12.2018 | Von Die Stiftung

Kommentar: Weihnachtsferien für die Pressefreiheit

Ein Kommentar von Markus Kaminski zu seiner Recherche rund um die Pressefreiheit und die Ermittlungen gegen den Correctiv-Chefredakteur Oliver Schröm.

Beobachter mögen erstaunt oder gar entsetzt sein, mit welcher Deutlichkeit Stiftungen auf den Fall Oliver Schröm reagieren. Aus den Statements zum Thema spricht jedoch eine tief und ehrlich empfundene Sorge um den Umgang mit der Pressefreiheit in Deutschland.

Umso befremdlicher ist, dass ausgerechnet eine Stiftung, die mit dem Correctiv im Expertenkreis Qualitätsjournalismus vertreten ist, hier keinen Schulterschluss erkennen lässt – zumal die ZEIT-Redaktion durchaus aus den Cum-Ex-Recherchen geschöpft hat.

Fragen wirft auch die Reaktion der Stiftung Lesen auf. Sie begrüßte „die öffentliche Aufmerksamkeit für das Thema Pressefreiheit“, dem sie sich selbst zum Tag der Pressefreiheit (03. Mai) mit einem Schülerwettbewerb widmet und bat sogar um einen Hinweis. Von einer Stellungnahme zum aktuellen Fall musste sie „aufgrund der Kurzfristigkeit zum Jahresende aber leider absehen“.

Auch wenn die Stellungnahmen der Hamburger Staatsanwaltschaft nicht jedem Beobachter gefallen mögen, verraten sie doch ein Bewusstsein für die (inhaltlichen) Säulen der eigenen Arbeit und Sensibilität für deren Wirkung nach außen. Hier können einige Stiftungen ausgerechnet von der Justiz wohl noch eine Menge lernen.

Zum Autor: Markus Kaminski ist freier Journalist. (wortbild.kaminski.sh)

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