24.01.2013 | Von Die Stiftung

Michaela Gerg: „Jeder ist wie ein kleines Mosaiksteinchen“

DIE STIFTUNG im Gespräch mit der früheren Weltklasse-Skiläuferin über den Teamgedanken im Stiftungswesen, die Ziele ihrer Stiftung und neue Erfahrungen

Quelle: Stiftung SchneekristalleDIE STIFTUNG: Sie kommen aus einer Einzel-/Teamsportart. Wie wichtig ist Teamgeist im Stiftungswesen?
Michaela Gerg: Ich komme aus dem Ski alpin, einer Einzelsportart. Hier habe ich Teamgeist ein wenig vermisst. Ohne Teamgeist kommt man andererseits im Stiftungswesen überhaupt nicht voran. Jeder ist wie ein kleines Mosaiksteinchen zu sehen: Erst zusammen ergibt sich ein perfektes Bild beziehungsweise Team.

DIE STIFTUNG: Was will Ihre Stiftung erreichen und wie verfolgt sie diesen Zweck?
Gerg: Wir wollen mit der Stiftung Schneekristalle möglichst vielen Kindern das Erlebnis Sport im Schnee näher bringen und auch ermöglichen, daran teilzunehmen. Vor allem sozial benachteiligte und behinderte Kinder sollen davon profitieren. Skifahren ist so ein schöner Sport, zu dem leider immer noch zu wenige Kinder einen richtigen Zugang haben. Über die Zusammenarbeit diverser Schneesportschulen sollen nun der Sport und die soziale Komponente gefördert werden. Durch verschiedene Events, unsere Partner, die uns tatkräftig unterstützen, und natürlich durch Spenden wollen wir die Finanzierung sicherstellen. Das ist sicherlich ein Kraftakt, aber wir sind hier auf einem sehr guten Weg.

Quelle: Stiftung SchneekristalleDIE STIFTUNG: Was ist ihr derzeit wichtigstes Projekt?
Gerg: Aktuell haben wir die Förderung von Skikursen für sozial benachteiligte Kinder und für Einrichtungen wie Kinderheime und Förderschulen im Fokus. Dank der großzügigen Unterstützung unserer Partner kann die Stiftung von Januar bis März die sogenannten „Schneetage“ anbieten. Je nach finanzieller Lage kommen zu den bisher 435 Kindern, die schon von den Schneetagen profitieren können, noch einmal 100 Kinder dazu. Unsere Vision ist es allen Kindern den Zugang zu Wintersport zu ermöglichen.

DIE STIFTUNG: Ist es für Sie eine soziale Verpflichtung Ihren Status als Prominenter für den guten Zweck zu nutzen?
Gerg: Es ist keine Verpflichtung. Ich mache es gerne, weil ich dadurch vielen eine große Freude bereiten kann und auch viel zurückbekomme. In meinen Augen kann jeder von uns so etwas auf seine Weise ebenfalls tun.

DIE STIFTUNG: Welche Erfahrung als Stifter möchten Sie nicht missen?
Gerg: Nun, wir sind ja erst ganz neu unter den Stiftungen. Aber in die leuchtenden Kinderaugen zu sehen ist der größte Gewinn den ich bisher erleben durfte.

DIE STIFTUNG: Na, dann wird es Zeit, dass endlich richtig Winter wird. Haben Sie vielen Dank für das Gespräch.

Das Interview führte Jennifer E. Muhr

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