19.03.2013 | Von Die Stiftung

Philanthropie in der Fußgängerzone

Wie viel stifterisches Engagement zwischen den hochwertigen Bekleidungsgeschäften und den oft überfüllten Einkaufsstraßen der Innnenstadt zu finden ist, zeigten Verlagsleiter Tobias M. Karow und Volontärin Jennifer E. Muhr ihren rund 20 Begleitern. Bei immer noch winterlichen Temperaturen führte die Route vom Marienplatz über die Bayerische Börse bis hin zur Theresienstraße, von dort zum Odeonsplatz und wieder zurück in die Fußgängerzone.

Eine der größten Bündelungen stifterischen Engagements findet sich im Rathaus, genauer gesagt in der Stiftungsverwaltung des Sozialreferates, informierte Jennifer Muhr die Zuhörer. Mehr als 160 Stiftungen mit sozialem Zweck und insgesamt rund 410 Mio. EUR Grundstockvermögen haben dort ihren Sitz, was das Referat zu einer der größten kommunalen Stiftungsverwaltungen in Deutschland macht. Auch die Idee zum Münchner Stiftungsfrühling nahm dort ihren Anfang.

Foto: Gregor JungheimDoch neben der Stadtverwaltung haben sich auch die bayerischen Sparkassen um die Förderung bürgerschaftlichen Engagements verdient gemacht. Insgesamt 103 Stiftungen im Freistaat gehen auf die 73 Kreditinstitute zurück, berichtete Jennifer Muhr vor dem Sitz des Bayerischen Sparkassenverbands am Karolinenplatz. Dass auch Banken stiften, wurde – stellvertretend für viele – am Beispiel der Hypo-Kulturstiftung mit Sitz in der Theatinerstraße deutlich. Die im September 1983 von der Bayerischen Hypotheken- und Wechsel-Bank (heute UniCredit Bank AG) gegründete Organisation widmet sich der Förderung kultureller Vorhaben und ist Trägerin einer Kunsthalle.

Daneben zeigt der Rundgang, wie viele Museen als Stiftungen organisiert sind. Nicht nur das Jagd- und Fischereimuseum in der Neuhauser Straße, sondern auch die Pinakothek der Moderne und das Museum Brandhorst werden von Stiftungen getragen.

Auch mit zwei ungewöhnlichen Stiftungen machten die beiden „Tourleiter“ ihre Gäste vertraut: Die in der Ludwigstraße ansässige Stiftung „Wir helfen dem Wald“ will nicht nur den Naturschutz fördern, sondern auch die bayerische Bevölkerung für dessen Bedeutung sensibilisieren. Anliegen der im Innenministerium am Odeonsplatz beheimateten Bayerischen Polizeistiftung ist es dagegen, die Hinterbliebenen von im Dienst ums Leben gekommenen Beamten sowie dienstunfähig gewordenen Polizisten finanziell zu unterstützen.

Foto: Tobias KarowBedauerlich an dieser Führung war lediglich, dass die Gäste stets vor verschlossenen Türen standen. Dies lag einerseits an der mangelnden Bereitschaft der Stiftungsvertreter, ihre Organisation zu präsentieren. Andererseits hätten mehrere Kurzreferate die bereits zweistündige Führung locker auf drei Stunden gestreckt, was sicher nicht jedem der Begleiter genehm gewesen wäre.

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