29.08.2013 | Von Die Stiftung

„Sport verbindet Menschen über alle Grenzen hinweg“

DIE STIFTUNG: Sie kommen aus einer Einzelsportart. Wie wichtig ist Teamgeist im Stiftungswesen?
Thomas Lurz:
Als Freiwasserschwimmer bin ich während des Wettkampfes oft auf mich allein gestellt. Aber unabhängig von Team- oder Einzelsportart gilt: Sport verbindet Menschen über alle Grenzen hinweg. Wer einmal bei Olympischen oder Paralympischen Spielen war, kann das bestätigen. Durch ein gemeinsames Ziel verbunden zu sein ist ein schönes Gefühl. Im Stiftungswesen ist das ähnlich. Das Ziel, das wir verfolgen, erlaubt es uns, die unterschiedlichsten Menschen und Unternehmen unter dem Dach der Stiftung zusammenzubringen.

DIE STIFTUNG: Was will Ihre Stiftung erreichen und wie verfolgt sie diesen Zweck?
Lurz:
Die „Thomas Lurz und Dieter Schneider Sportstiftung“ will neue Impulse für die volle Einbeziehung von Menschen mit Behinderung in die Gemeinschaft setzen. Unser Hebel hierfür ist der Sport: Wenn Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam Sport treiben, bauen sie spielerisch Hemmschwellen ab. Um das zu erreichen, unterstützen wir gezielt Projekte und Forschungen aus dem Bereich Behindertensport an der Universität Würzburg.
Das Sportzentrum der Universität Würzburg ist für diesen Ansatz ideal. Es ist komplett behindertengerecht ausgestattet und wurde 2007 mit dem Preis des IPC/IAKS (International Paralympic Committee/Internationale Vereinigung Sport und Freizeiteinrichtungen) ausgezeichnet.

Quelle: Thomas Lurz und Dieter Schneider SportstiftungDIE STIFTUNG: Was ist ihr derzeit wichtigstes Projekt?
Lurz:
Am 21. September 2013 findet unter dem Namen „No Limits!“ am Sportzentrum der Universität Würzburg ein inklusiver Sporttag statt. Menschen mit und ohne Behinderung können einen ganzen Tag lang unterschiedliche Sportarten ausprobieren. Wir bieten zum Beispiel Rollstuhlbasketball, Blindenfußball, verschiedenste Leichtathletik-Varianten, Biathlon und natürlich Schwimmen an. Die notwendige Ausrüstung für den Sport und zur Simulation verschiedener Behinderungen werden gestellt. Gemeinsam mit der Universität Würzburg und dem Vital-Sportverein Würzburg e.V. konnten wir auch eine Reihe bekannter Sportler für die Teilnahme gewinnen. Mit dabei sind unter anderem Kati Wilhelm, Birgit Kober, Simone Briese-Baetke und die Basketballer der s.Oliver-Baskets Würzburg.
„No Limits!“ ist unser erstes großes Projekt. Wir wollen damit zum einen eine hohe Aufmerksamkeit für inklusiven Sport erreichen, zum anderen Menschen mit und ohne Behinderung ganz konkret dazu anregen, miteinander Zeit zu verbringen. Außerdem ist es natürlich eine tolle Werbung für die Sportarten.

DIE STIFTUNG: Ist es für Sie eine soziale Verpflichtung Ihren Status als Prominenter für den guten Zweck zu nutzen?
Lurz:
Für Dieter Schneider – er ist ja ehemaliger Fechter – und mich geht es vor allem darum, ganz konkret etwas von dem weitergeben zu können, was uns der Sport gebracht hat. Der Sport hat unser Leben und unsere Art, an Dinge heranzugehen, entscheidend geprägt. Die Möglichkeiten, die der Sport bietet, müssen allen Menschen offenstehen – ob mit oder ohne Handicap.

DIE STIFTUNG: Welche Erfahrung als Stifter möchten Sie nicht missen?
Lurz:
Es ist ein schönes Gefühl, mit einem Thema offene Türen einzurennen und wirklich etwas bewegen zu können. Wir treffen überall auf viel Teilnahme- und Hilfsbereitschaft. Daran merken wir, dass das Thema Inklusion ein richtiges und wichtiges Thema ist.

Das Gespräch führte Jennifer E. Muhr

Linktipp: Den Flyer zum inklusiven Sporttag No Limits! an der Universität Würzburg am 21. September 2013 finden Sie hier.

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