21.02.2018 | Von Tobias Anslinger

Stiftung 2°: Die CEO-Stiftung für den Klimaschutz

Eine Stiftung, die unternehmerische Initiativen zum Klimaschutz fördert und gleichzeitig ein Netzwerk nachhaltiger Unternehmer bildet, ist die Stiftung 2° aus Berlin. Denn Unternehmen trifft in Sachen Klimaschutz eine besondere Verantwortung.

Stiftung 2° Lutz Höttges Otto
Engagieren sich als CEOs bzw. Unternehmer in der Stiftung 2° (von links): Richard Lutz (Deutsche Bahn), Timotheus Höttges (Deutsche Telekom) und Michael Otto (Otto Group). Fotos: Deutsche Bahn AG / Max Lautenschläger, Deutsche Telekom, Otto Group

„Wir sind eine CEO-Stiftung, die von Unternehmerpersönlichkeiten getragen ist“, sagt Stiftungsvorständin Sabine Nallinger. Prominente Unterstützer der Stiftung sind etwa Timotheus Höttges (Deutsche Telekom), Richard Lutz (Deutsche Bahn) oder Michael Otto (Otto Group). Auch viele mittelständische Unternehmer engagieren sich in der Stiftung 2°. 13 Förderer sind es insgesamt.

Denn egal ob umweltfreundlicher Fuhrpark, Energieeffizienz an Gebäuden und Produktionsstraßen oder Strombezug: Unternehmen trifft in Sachen Klimaschutz eine besondere Verantwortung. Unter dem Dach der Stiftung können die fördernden Unternehmen ergebnisoffener an komplexe Themen der Klimapolitik arbeiten, als dies in den einzelnen Unternehmen möglich wäre – so die Idee hinter der CEO-Stiftung. Was die beteiligten Unternehmer eint, ist deren Vorbildhaltung und Engagement in Sachen Klimaschutz. „Dadurch sollen weitere Unternehmen angesteckt werden, ihre Nachhaltigkeitsaktivitäten auf das Zwei-Grad-Ziel hin zu trimmen. Ambitionierte Klimaziele sind nicht Belastung, sondern Treiber für den Wandel“, erklärt Nallinger.

Stiftung 2° setzt Projekt „Weg in die <2°-Wirtschaft“ um

Sabine Nallinger, Vorständin der Stiftung 2°. Foto: Stiftung 2°
Sabine Nallinger, Vorständin der Stiftung 2°. Foto: Stiftung 2°

Die Förderer der Stiftung haben Ende 2016 gemeinsam mit dem WWF Deutschland und mit Zuwendung des Bundesumweltministeriums das Projekt „Weg in die <2°-Wirtschaft“ initiiert, das die Stiftung nun realisiert. Ausgangspunkt ist, dass die Transformation der Wirtschaft ein kollektiver Prozess ist, der entlang von Wertschöpfungsketten umgesetzt werden muss.

Ziel der teilnehmenden Unternehmen weit über die Stiftungsförderer hinaus sind innovative Produktentwicklungen und neuartige, unternehmensübergreifende Projekte, die die Transformation zu einer treibhausgasarmen Wirtschaft vorantreiben. „Viele Unternehmen sind im Klimaschutz weiter, als so mancher denkt“, sagt Sabine Nallinger. Daher sollten Unternehmen sich beim Klimaschutz nicht allein auf die Politik oder große Verbände verlassen, sondern sich selbst in den Wandel der Wirtschaft und den politischen Diskurs einbringen.

Forderungen an die Politik, internationale Vernetzung

Freilich ist es aber auch erklärtes Ziel der Stiftung 2°, Einfluss auf politische Weichenstellungen zu nehmen. Sie verbreitet regelmäßig Unternehmererklärungen und mischt sich in den politischen Diskurs ein. Nach der Bundestagswahl 2017 hat ein breiter Unterstützerkreis aus 52 großen Unternehmen von der neuen Bundesregierung gefordert, Klimaschutz zu einer zentralen Aufgabe in der kommenden Legislaturperiode zu machen. Dazu gehörten die konsequente Umsetzung des Klimaschutzplans 2050 als Modernisierungsprogramm für Deutschland, neuer Schub für die Energie- und Wärmewende und der Einstieg in die Verkehrswende. Für die Stiftungsarbeit nutzen die Unternehmerpersönlichkeiten auch ihre Kontakte in die Berliner Politik.

Als Stiftung mit Klimaschutzförderung im Stiftungszweck ist die Stiftung 2° auch Teil des internationalen Stiftungsnetzwerks F20. „Für uns als Stiftung, die sich bisher auf Deutschland konzentriert hat, ist das eine wichtige Plattform. Wir werden dadurch international wahrgenommen und können entsprechend Kontakte auch zu ausländischen Unternehmern knüpfen“, sagt die Stiftungsvorständin. Sabine Nallinger, die 2014 für das Amt des Münchener Oberbürgermeisters kandidierte, sitzt im Münchener Stadtrat für Bündnis 90/Die Grünen und betreut dort vor allem energie-, stadtentwicklungs- und verkehrspolitische Themen.

Heute, 21.2., erscheint DIE STIFTUNG 1-2018, u.a. mit dem Schwerpunktthema Nachhaltigkeit und dem Sonderthema Immobilien. Zum Inhaltsverzeichnis des aktuellen Hefts sowie zur Bestellmöglichkeit geht es hier.

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