12.07.2016 | Von Die Stiftung

„Stiftungen sind Stammspieler des gesellschaftlichen Wandels“

DIE STIFTUNG: Herr Oldenburg, Sie gehören zu den bekanntesten Köpfen in der deutschen Sozialunternehmer-Szene. Was reizte Sie an einem Wechsel in die Stiftungslandschaft?
Felix Oldenburg: Mich reizt der große Hebel, der auch ein logischer nächster Schritt ist: Sozialunternehmer – und viele andere – wollen gesellschaftlichen Wandel voranbringen, ihnen fehlt es aber häufig an Mitteln. Stiftungen haben aber häufig genau die richtigen Ressourcen.

DIE STIFTUNG: Spielen Sozialunternehmer und Stiftungen also in derselben Liga?
Felix Oldenburg: Man kann sogar sagen, sie spielen im selben Team und schießen auf dasselbe Tor. Sie befördern beide gesellschaftlichen Wandel, aber eben mit unterschiedlichen Kompetenzen.

DIE STIFTUNG: Was unterscheidet Sozialunternehmer von Stiftungen?
Oldenburg: Sozialunternehmer nutzen Märkte, um das Wachstum guter Ideen zu organisieren. Stiftungen nutzen diese, um ihr Kapital zu erhalten, sind aber in der Fördertätigkeit deutlich breiter. Immer öfter fragen sich aber auch Stiftungen inzwischen, wie sie Wirksamkeit mit ihrem Vermögensmanagement entfalten und hierfür Marktmechanismen nutzen können.

Oldenburg
Bei der politischen Einflussnahme ist auch der Ton immer Teil der Strategie, so die Überzeugung von Felix Oldenburg. Foto: © draghicich/www.fotolia.com

DIE STIFTUNG:  Erwarten uns da weitere Veränderungen?
Oldenburg: Ich glaube Stiftungen werden ihre beiden Arme, ihren „Förderarm“ auf der einen Seite und ihren „Vermögensmanagementarm“ auf der anderen Seite, immer stärker zusammen nutzen. Man kann mit zwei Händen viel mehr bauen, als wenn man eine Hand hinter dem Rücken festbindet.

DIE STIFTUNG: Auf dem Deutschen Stiftungstag hieß es mehrfach, dass sich der Bundesverband mit Ihrer Ernennung eine stärkere Verzahnung zwischen Sozialunternehmertum und dem Stiftungssektor erhofft. Wo sehen Sie darin Ihre persönliche Rolle?
Oldenburg: Ich vermute, an mich richtet sich die Erwartung, eine Brücke zu schlagen zu der Generation von Menschen, die daran interessiert, ist soziale Organisationen zu gründen und Ideen voranzutreiben. Das Modell Stiftung ist nicht statisch, es entwickelt sich immer weiter. Und ich bin dafür da, die Entwicklungen der Stiftungswelt der nächsten Jahre zu begleiten und eine Verbindung zur nächsten Generation engagierter Menschen zu bauen. Eine weitere Erwartung, die sich da an mich richtet, ist, dass ich nicht aus einer Anstellung komme, in der ich Geld verteilt, sondern immer Geld gesucht habe. Das ist für jemanden an der Spitze eines Verbandes natürlich ein wichtiges Talent.

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