07.03.2013 | Von Die Stiftung

Von afrikanisch Kochen bis Zirkusworkshop

Die Stiftungsgeschichte Münchens ist schon mehr als 800 Jahre alt und damit beinahe so alt wie die Stadt selbst. 1208 wurde die Heiliggeistspital-Stiftung ins Leben gerufen, die sich auch heute noch um das Wohl älterer Menschen kümmert. Die Vielfalt der Münchner Stiftungslandschaft ist seitdem ständig gewachsen und so präsentieren sich neben der Heiliggeistspital-Stiftung etwa 200 weitere Organisationen den Besuchern des ersten MünchnerStiftungsFrühlings (MSF).
Von Jennifer E. Muhr

Mit dabei sind Größen wie die Siemens-Stiftung, die Stahlgruber-Stiftung, die Stiftung Pfennigparade oder die Hypo-Kulturstiftung. Aber auch viele unentdeckte Schätze in Form kleiner, bisher eher unbekannter Stiftungen zeigen sich und ihre Arbeit der geneigten Öffentlichkeit.

Dem vielfältig interessierten Besucher stellt sich schnell die Frage, wie er möglichst viele der Veranstaltungen wahrnehmen kann. Durch das dezentrale Konzept müssen teils lange Wege in Kauf genommen werden, um die Stiftungen und ihre Projekte in Augenschein nehmen zu können. Doch dafür gibt es eine tolle Lösung: An vier Tagen präsentieren sich mehrere Stiftungen zu einem bestimmten Thema gemeinsam unter einem Dach. Themeninseln nennen die Veranstalter dieses Konzept und es gibt sie zu Kunst/Kultur, Bildung/Soziales, Umwelt/Internationales und Wissenschaft/Gesundheit/Sport. Jede der „Inseln“ hat dabei ihren eigenen Tag und einen eigenen Ort, an dem sich mehrere Stiftungen vorstellen.

Für Julia Landgrebe, Projektleiterin des MünchnerStiftungsFrühlings bei der veranstaltenden Münchner Kultur GmbH, liegen die Vorteile klar auf der Hand: „Der Besucher hat so den ganzen Nachmittag bis in den Abend hinein Zeit, unter einem Dach in Veranstaltungen unterschiedlicher Stiftungen hinein zu schnuppern. In den Pausen besteht die Möglichkeit zum Austausch mit den Stiftungsmitarbeitern oder auch mit anderen Besuchern.“

Wiederum dezentral angelegt sind die Veranstaltungen zum Thema Stiftungs-Knowhow, bei dem vertiefend Fachwissen rund um Stiftungsmanagement vermittelt wird. Das Spektrum reicht dabei von Testamentsgestaltung bis zu Mission Investing, Rechnungslegung und Fundraising.

Aber auch bei den anderen Themen ist einiges geboten, und zwar nicht nur Vorträge, sondern auch zahlreiche Möglichkeiten, bei denen der Besucher aktiv mitmachen kann: der Kochkurs „Afrikanisch kochen mit der ganzen Familie“ (Patrizia Kinderhaus-Stiftung), der Workshop „Malen kann jede/r“ (Stiftung Gute-Tat.de), der Schnuppercircus für Kinder und Jugendliche mit und ohne Behinderung (Stiftung Lebenshilfe München) oder auch der Trittsicherheits-Parcours des Alten- und Service-Zentrums Obermenzing (Stiftung Fonds Münchener Altenhilfe).

Die Erwartungen aller Beteiligten sind natürlich hoch. Die Stiftungen selbst erhoffen sich wertvolle Informationen, neue Kontakte und eine bessere Wahrnehmung in der Öffentlichkeit. Eine solche Plattform, um die eigene Arbeit einer möglichst großen Zahl an Außenstehenden näher bringen zu können, bietet sich den Münchner Stiftungen in dieser Form zum ersten Mal.

Und was erwarten die Organisatoren? „Wir, das heißt unser Projektbüro und damit auch ich und die Stadt, wollen eine gemeinsame Plattform schaffen, für engagement-interessierte Bürger einerseits und für Stiftungen auf der anderen Seite“, so die Projektleiterin des MSF. „Wenn ich das Gefühl habe, dass Partner, Teilnehmer und Besucher zufrieden nach Hause gehen und sich schon auf das nächste Mal freuen – dann haben wir unser Ziel erreicht. Ich würde mir außerdem wünschen, dass wir dazu beitragen können, das Netz der Stiftungen etwas dichter zu weben und Stiftungen wie Besucher auf eine Augenhöhe zu bringen.“

Das wünschen sich wohl auch die großen Förderer dieser bislang größten Münchner Stiftungsveranstaltung – die Stadt und die Stadtsparkasse München. Beide wollen mit ihrem Engagement den Stellenwert der Zivilgesellschaft in der Stadt unterstreichen.

Der organisatorische Aufwand für so eine Großveranstaltung ist natürlich enorm. So verwundert es nicht, dass die Redaktion auf ihre Idee in der Fußgängerzone unter dem Motto „Die Zivilgesellschaft ist uns nicht wurscht“ für den guten Zweck Bratwürste zu verkaufen bisher noch keine Antwort erhalten haben. Vielleicht wird der Antrag ja in 800 Jahren in einem Archiv als Beleg für frühes zivilgesellschaftliches Engagement wiedergefunden

Ausgewählte Veranstaltungen

DIE STIFTUNG beteiligt sich nicht nur als Medienpartner, sondern auch mit zwei eigenen Veranstaltungen am MSF:

17. März Stiftls Walk: Ein kultureller Spaziergang durch die Stiftungslandschaft Münchens

18. März Stifterabend: Was motiviert Menschen zum Stiften? – Prominente erzählen

Weitere interessante und spannende Angebote (Auswahl):

15. März Gesund mit richtiger Ernährung und Bewegung (Malteser Stiftung, Deutsche Diabetes-Stiftung)

17. März Themen-Geschichtspfad (TGP): „Geschichte der Lesben und Schwulen in München“ (Münchner Regenbogen-Stiftung)

18. März Oper im Taschenbuchformat – Die Zauberflöte von W. A. Mozart (Internationale Stiftung zur Förderung von Kultur und Zivilisation)

19. März Zivilcourage zeigen und intelligent deeskalieren (Versicherungskammer-Stiftung)

19. März Facebook, Twitter & Co. (Stiftung Gute-Tat.de)

21. März Die Familienstiftung (Noerr LLP)

22. März Rundum vorgesorgt – Mit Testament, Vollmacht, Betreuungs- und Patientenverfügung (Stiftung für Münchner in Not)

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