04.10.2016 | Von Die Stiftung

Die drei Phasen der Stiftungsgründung

Eine Stiftung zu gründen ist eine Angelegenheit von mehreren Monaten. Das liegt nicht nur an der Bearbeitungszeit durch die Behörden, sondern auch daran, dass vor der eigentlichen Stiftungserrichtung einiges an Vorarbeit zu leisten ist.

Von Jan Jungclaussen

 

Phase 1: Vorüberlegungen
Der erste Schritt einer Stiftungserrichtung sollte immer ein umfassender Businessplan sein, der verschiedene Fragen aufwirft und beantwortet:

Womit?
Zunächst ist festzulegen, wie und in welcher Höhe das Grundstockvermögen ausgestattet werden soll und welche Erträge daraus für die Stiftungsarbeit zur Verfügung stehen werden. Soll ein Unternehmen jetzt oder später auf die Stiftung übergehen, so sollte eine umfassende steuerliche Untersuchung des geplanten Vorgehens erfolgen. Die steuerliche Behandlung der Erträge des Unternehmens hängt maßgeblich von dessen Rechtsform und der Organbesetzung ab. Auch hierüber sollte man sich im Vorfeld informieren.

Mit wem?
Wer soll in den Organen der Stiftung tätig werden und welche Fähigkeiten müssen diese Personen aufweisen? Wie viele Personen werden dazu benötigt und wie stelle ich sicher, dass auch künftig die Organe besetzt werden können? Eng damit zusammen hängt wieder die Frage der Kapitalausstattung, um eine angemessene Vergütung des Personals zu gewährleisten.

Wie?
Wie soll meine Stiftung tätig werden? Sollen eigene Projekte umgesetzt werden oder sollen die Erträge lediglich an andere gemeinnützige Körperschaften weitergeleitet werden (Förderstiftung)? Hierbei ist es hilfreich, bereits jetzt Projekte zu skizzieren und grob zu planen. Auch sollte das Konzept steuerlich geprüft werden. Die angestrebte spätere Tätigkeit muss tatsächlich einem steuerlich anerkannten gemeinnützigen Zweck im Sinne der Abgabenordnung entsprechen. Eine steuerliche Voruntersuchung ist insbesondere dann notwendig, wenn mit der Tätigkeit auch Einnahmen erzielt werden, zum Beispiel Eintrittsgelder. Dabei sollte auf eine saubere Abgrenzung zwischen wirtschaftlicher Tätigkeit (nicht steuerbegünstigt) und Zweckbetrieb (steuerbegünstigt, da ein gemeinnütziger Zweck verfolgt wird) Wert gelegt werden.

Wie soll es weiter gehen?
Wie stelle ich nach der Stiftungserrichtung sicher, dass sich die Stiftung weiterentwickeln kann? Wie kann es der Stiftung gelingen, Zuschüsse oder Spenden einzuwerben und können für die Projekte Zuschüsse von Dritten eingeplant werden? Auch diese Aspekte sollten im Businessplan berücksichtigt werden.

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