17.03.2012 | Von Die Stiftung

Hannover: Stiftungslandschaft mit Tradition und Engagement

Die Tradition der Stiftungslandschaft in und um Hannover reicht bis ins 13. Jahrhundert zurück. Und die Stiftungsszene im Herzen von Niedersachsen ist bis heute lebendig. Ein starkes Netzwerk, das von der Landeshauptstadt ausgeht, hält die Stiftungen zusammen. Insgesamt 574 Organisationen haben derzeit ihren Sitz im früheren Regierungsbezirk Hannover. Seit Januar 2011 wird die Stiftungsaufsicht in dieser Region vom Innenministerium selbst ausgeübt.

Die Tradition der Stiftungslandschaft in und um Hannover reicht bis ins 13. Jahrhundert zurück. Und die Stiftungsszene im Herzen von Niedersachsen ist bis heute lebendig. Ein starkes Netzwerk, das von der Landeshauptstadt ausgeht, hält die Stiftungen zusammen. Insgesamt 574 Organisationen haben derzeit ihren Sitz im früheren Regierungsbezirk Hannover. Seit Januar 2011 wird die Stiftungsaufsicht in dieser Region vom Innenministerium selbst ausgeübt.
von Eric Oehlmann

Stiften hat im Raum Hannover eine lange Tradition. Bereits im Jahr 1256 wurde das „Stift zum Heiligen Geist“ eingerichtet. Bischof Wedekind von Minden bat damals die Gläubigen in der freien Stadt Hannover um Geldspenden für ein Hospital, das zu Ehren des Heiligen Geistes eingerichtet werden sollte. Kranke, Lahme, Blinde und arme Durchreisende sollten Aufnahme und Pflege finden. Ein erstes und frühes Beispiel für bürgerliches Engagement.

Die moderne Variante stellen die Bürgerstiftungen dar. Auch hier war Hannover Vorreiter für die Entwicklung. Schon 1997 wurde in Hannover eine Bürgerstiftung errichtet, die zweite bundesweit. Eine Stiftungsform, die zwischenzeitlich in vielen Kommunen Nachahmer gefunden hat.

Ein Leuchtturm der Hannoveraner Stiftungslandschaft ist die VolkswagenStiftung, die mit einem Vermögen von ca. 2,3 Mrd. EUR und rund 115,4 Mio. EUR Ausschüttungen zu den größten deutschen Stiftungen zählt. Die bekannteste Neugründung der vergangenen Jahre war sicher die Anfang 2010 errichtete Robert Enke-Stiftung. Die nach dem 2009 verstorbenen Nationaltorwart benannte Organisation widmet sich u.a. der Aufklärung, Erforschung und Behandlung von Depressionen, an denen auch der Namensgeber erkrankt war.

Der Trend zur Errichtung von Stiftungen bleibt in Hannover ungebrochen. Erstaunlich ist dabei die Vielfalt der Stiftungszwecke und ihre Umsetzung. Längst sind die Stiftungen nicht mehr reine Förderinstitutionen, sondern setzen zunehmend eigene Akzente. Insbesondere sei die IdeenExpo Stiftung genannt, die Jugendliche durch experimentelles Lernen für Technik interessieren möchte. Oder die Faust Stiftung, die als operatives Rückgrat eines als Stadtteilinitiative gegründeten Kulturzentrums den Erhalt und Bestand des Zentrums sichert.

Beratung und Networking werden in Hannover groß geschrieben. Insbesondere die Stadtverwaltung ist hier sehr aktiv. Deren Stiftungsinitiative feiert dieses Jahr bereits ihr zehnjähriges Bestehen. Sie ist Motor für eine Netzwerkbildung von mehr als 100 ortansässigen Stiftungen in Hannover. Regelmäßig stattfindende Stiftungstage, Vorträge und Diskussionsforen stärken den Stiftungsgedanken in Stadt und Region und bieten die Möglichkeit eines offenen Dialogs mit Stiftungsaufsicht, Finanzverwaltung und anderen Akteuren.

Die Stiftungsaufsicht im ehemaligen Regierungsbezirk Hannover, zu dem auch Hameln und Hildesheim gehörten, wird seit Januar 2011 direkt vom Niedersächsischen Ministerium für Inneres und Sport durch den Verfasser und zwei weitere Kollegen ausgeübt. Das Dienstgebäude liegt ca. 500 Meter vom Niedersächsischen Landtag entfernt unweit des Hohen Ufers – der Stelle, an der die Stadt Hannover um das Jahr 950 durch erste Ansiedlungen an einer Furt entstanden ist.

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