05.04.2012 | Von Die Stiftung

Regierungsvertretung Lüneburg: Im Dialog mit den Stiftungen

430 Stiftungen im ehemaligen Regierungsbezirk Lüneburg sind ein überzeugender Ausdruck des bürgerschaftlichen Engagements und beeindruckende Beispiele einer aktiven Bürgergesellschaft, die unsere volle Unterstützung verdienen. Unter dem Motto „Reden ist Gold“ setzt die heutige Regierungsvertretung Lüneburg auf den Dialog mit den Stiftungen.
von Sigrun Kraim und Harald Ottmar

Die Hansestadt Lüneburg verfügt über drei der ältesten Stiftungen in Deutschland: Die erstmals 1251 erwähnte Stiftung „Hospital St. Nikolaihof“, die Stiftung „Hospital zum Großen Heiligen Geist“ (1277) und die Stiftung „Hospital zum Graal“, 1501 vom Rat der Stadt erbaut.

Das „Hospital St. Nikolaihof“ wurde einst als Hospital für Leprakranke errichtet. Hieraus erklärt sich auch die Lage vor den Toren der Stadt. Nachdem die Zahl der Leprapatienten ab Mitte des 14. Jahrhunderts stark zurückging, wurde es um diese Zeit zum Altersheim, und zwar in der Weise, dass sich ältere Personen dort „einkaufen“ konnten.

Im Laufe der Jahrhunderte haben sich die Stiftungszwecke gewandelt. Die heutigen Stiftungen in unserer Region spiegeln das breite Spektrum und die Möglichkeiten gemeinnützigen Handelns wider: Von ihnen werden Krankenhäuser, Alten- und Pflegeheime oder Wohnungen für Obdachlose betrieben sowie eine Vielzahl anderer sozialer, kirchlicher, kultureller, wissenschaftlicher und ökologischer Zwecke verfolgt.

Sie leisten Hilfe zur Selbsthilfe und begleiten Sterbende. Zusammen mit anderen karitativen Einrichtungen und Vereinen unterstützen Stiftungen Bürger- und Begegnungszentren, sie bezuschussen Jugend- und Bildungsprojekte und leisten einen aktiven Beitrag zur Friedenserziehung und Völkerverständigung. Stiftungen investieren in Zukunftstechnologien, vergeben Stipendien und Forschungsgelder. In Ausstellungen und Museen tragen sie Werke von Autoren, Malern und Bildhauern zusammen. Andere dokumentieren die Geschichte und Entwicklung ihrer Stadt und Region, in der sie leben. Sie erhalten Denkmäler, Klöster, Kirchen, Orgeln und Gärten. Nicht zuletzt entwickeln Stiftungen auch Projekte zum Erhalt und Schutz von Natur, Tieren und Kulturlandschaften.

Stiftungen sichern Fortbestand kommunaler Einrichtungen
Eine zunehmende Bedeutung in dieser aktiven Bürgergesellschaft gewinnen die Bürgerstiftungen. Unter deren Dach findet sich eine Vielzahl von Stifterinnen und Stiftern zusammen. Sie bieten damit auch den weniger Vermögenden die Gelegenheit, mit ihrem Anteil zu einem stetig wachsenden Vermögensstock beizutragen, aus dessen Erträgen verschiedenste gemeinnützige Zwecke verfolgt werden. Diese beziehen sich zumeist auf das Lebensumfeld der Stifterinnen und Stifter, also ihr Stadtgebiet, ihren Ort, ihre Region.

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