14.06.2012 | Von Die Stiftung

Wann droht Ärger mit dem Fiskus?

Umfangreiche Steuerbefreiungen, Berechtigung zum Empfang steuerbegünstigter Spenden, dreijähriger Turnus für die Abgabe von Steuererklärungen – Vater Staat meint es gut mit gemeinnützigen Stiftungen. Der Bescheid vom Finanzamt ist jedoch kein Freibrief für Steuern jeder Art. Vielmehr muss in bestimmten Situationen sorgfältig geprüft werden, ob vielleicht doch eine steuerpflichtige Tätigkeit vorliegt.

Bei Einnahmen aus der Vermögensverwaltung ist die Rechtslage bereits komplizierter. Erzielt die Stiftung Einnahmen aus Vermietungen und Verpachtungen, so wird diese Tätigkeit als unternehmerisch eingestuft. Die Umsätze sind, soweit auf die Steuerfreiheit von Vermietungsumsätzen gemäß § 9 UStG verzichtet wurde, steuerpflichtig. Gleichzeitig können aus den mit dieser Vermietung zusammenhängenden Aufwendungen die ausgewiesenen Vorsteuerbeträge abgezogen werden. Leistungen, die von einer gemeinnützigen Stiftung im Rahmen der Vermögensverwaltung oder im Rahmen eines Zweckbetriebs ausgeführt werden, unterliegen dem ermäßigten Steuersatz von 7%. Dies gilt insbesondere für die Einnahmen aus Vermietungen.

Die im Rahmen des wirtschaftlichen Geschäftsbetriebs erwirtschafteten Umsätze sind stets nach den allgemeinen Regeln des UStG zu beurteilen. Steuerpflichtige Leistungen des wirtschaftlichen Geschäftsbetriebs unterliegen dem allgemeinen Steuersatz von 19%.

In vielen Fällen kann die Kleinunternehmerregelung angewandt werden. Dies bedeutet, dass keine Umsatzsteuer abgeführt werden muss, wenn die Umsätze aus diesem Bereich im Vorjahr unter 17.500 EUR und im laufenden Jahr unter 50.000 EUR liegen.

Fazit
Die Erteilung eines Freistellungsbescheids ist vor allem für die Körperschaftsteuer relevant. Sie ist dagegen kein Freibrief, der umfassend von der Verpflichtung, Steuererklärungen abzugeben und Steuern zu zahlen, befreit. Um Ärger mit dem Finanzamt und der Betriebsprüfung vorzubeugen, sollten Stiftungen die angesprochenen Themen im Vorfeld durch ihren steuerlichen Berater würdigen lassen.

Thomas Krönauer, LL.M., ist Partner bei Ebner Stolz Mönning Bachem in München und dort als Rechtsanwalt und Steuerberater tätig. Das Unternehmen ist nach eigenen Angaben eine der größten unabhängigen mittelständischen Beratungsgesellschaften in Deutschland. Krönauer berät insbesondere vermögende Privatpersonen und Stiftungen.

Steuerberaterin Melanie Schmid ist Prokuristin bei Ebner Stolz Mönning Bachem. Sie ist in München zuständig für den Bereich Accounting Services, Jahresabschlusserstellung sowie Steuerdeklaration. Zu ihren Mandanten gehören auch gemeinnützige Körperschaften.

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