Die Terz-Stiftung will Druck auf Politiker machen: Denn obwohl Treppenstürze doppelt so viele Todesopfer fordern wie Verkehrsunfälle, gebe es nicht genügend gesetzliche Vorgaben zur Sicherheit.

 

216 Menschen kamen im Jahr 2016 auf den Schweizer Straßen ums Leben. Mehr als doppelt so viele verstarben nach Treppenstürzen, rechnet das Tagblatt vor. Doch von den Opfern, die Treppen fordern, hört man wenig. Die Thurgauer Terz-Stiftung will das nun ändern, und vor allem mit einfachen Mitteln die Opferzahl senken: „Die meisten dieser Stürze liessen sich mit geringem Aufwand vermeiden“, erklärt René Künzli, Präsident der Terz-Stiftung, gegenüber dem Tagblatt. Ein Geländer, möglichst auf beiden Seiten, wäre die wichtigste vorbeugende Massnahme. Insbesondere für öffentlich zugängliche Häuser wie Spitäler, Kirchen und Heime plädiert die Stiftung für gesetzliche Vorgaben.

Senioren im Fokus

Bei der Terz-Stiftung stehen ältere Menschen im Fokus – gerade für sie stellen Treppen in doppelter Hinsicht eine Gefahr dar: sie sind wackeliger auf den Beinen, zudem haben Stürze gravierendere Folgen als bei jüngeren Menschen. Nicht zuletzt können Treppen ohne Geländer ein unüberwindbares Hindernis sein und den Zugang zum öffentlichen Leben – etwa zum Gemeindezentrum – komplett verwehren: „Fünf Stufen freihändig sind für viele Menschen nicht zu schaffen“, so Siegfried Schmid von der Schweizer Interessengemeinschaft Treppensicherheit, dem Kooperationspartner der Terz-Stiftung.

Lobby für Sturzopfer

Auch wenn die Gefahren der Treppen etwa bei der Suva und der Beratungsstelle für Unfallverhütung bekannt sind, es Broschüren, Empfehlungen, manchmal auch kantonale oder kommunale Bauerlasse gibt: An der Umsetzung hapere es, so die Terz-Stiftung. Stiftungspräsident Künzli geht dabei nicht von bösen Absichten aus: Wer selbst nicht betroffen sei, dem falle das gar nicht auf, erklärt er dem Tagblatt.

Deshalb will die Stiftung nun zur Lobby für Sturzopfer werden und wandte sich an die Politik. Nur zwei der 242 National- und Ständeräten haben reagiert. Dafür bekam Künzli von Bundesrätin Doris Leuthard eine Antwort, sie wolle sich im Rahmen ihrer Kompetenzen für Verbesserungen einsetzen. Gleichzeitig adressiert sich die Stiftung an Sturzopfer: Sie sollen sich melden, und zwar zur Prüfung der Erfolgsaussicht einer Haftpflichtklage.

Die Terz-Stiftung

Die Terz-Stiftung setzt sich für die Belange älterer Menschen ein, damit diese selbständig, möglichst gesund, bei guter Lebensqualität und selbstbestimmt bis ins hohe Alter leben können. Ihr Fokus liegt auf Prävention und Unterstützung in den Bereichen Wohnen, Finanzen, Mobilität und Gesundheit. Ihrem Stiftungszweck kommt sie dabei in Zusammenarbeit mit Partnern, Gönnern und Experten nach.

www.terzstiftung.ch

Aktuelle Beiträge

Alles Wichtige für Entscheider aus dem Stiftungswesen - Kompetent und unabhängig - Jeden Monat neu
NEWSLETTER KOSTENLOS ABONNIEREN
Alles Wichtige für Entscheider aus dem Stiftungswesen - Kompetent und unabhängig - Jeden Monat neu
NEWSLETTER KOSTENLOS ABONNIEREN