Die tausenden gemeinnützigen Stiftungen in der Schweiz könnten noch wirkungsvoller und professioneller tätig sein. Die liberale Denkfabrik Avenir Suisse stellte Ende September in Zürich eine Studie zum Schweizer Stiftungswesen vor und unterbreitete Reform-Vorschläge.

Die tausenden gemeinnützigen Stiftungen in der Schweiz könnten noch wirkungsvoller und professioneller tätig sein. Die liberale Denkfabrik Avenir Suisse stellte Ende September in Zürich eine Studie zum Schweizer Stiftungswesen vor und unterbreitete Reform-Vorschläge.

Rund 12.900 gemeinnützige Stiftungen mit einem geschätzten Gesamtvermögen von mehr als 70 Mrd. CHF gibt es gemäß Avenir Suisse in der Schweiz. Ihre jährlichen Projekt-Beiträge belaufen sich auf 1,5 bis 2 Mrd. CHF, auch dies ist ein Schätzwert. Allein seit 2010 kam es zu rund 20 Großspenden im zweistelligen Millionen-Franken-Bereich.

Dennoch gebe es auch zahlreiche Defizite, so Avenir Suisse. 85% der Stiftungen hätten ein Vermögen von weniger als 5 Mio. CHF, 80% beschäftigen keine bezahlten Mitarbeitenden. Dennoch komme es praktisch nie zu Fusionen und auch Zusammenarbeit werde klein geschrieben. Zudem sei die Transparenz gering, die Datenbasis schlecht entwickelt und als Folge der BVG-Strukturreform sei die Struktur der kantonalen Stiftungsaufsichten unübersichtlich.

Die Reformvorschläge setzen auf verschiedenen Ebenen an. Empfohlen werden unter anderem eine Trennung der kantonalen Aufsichten für gemeinnützige Stiftungen von jenen für Vorsorgestiftungen und ihre Bündelung in regionalen Verbänden. Mit der Schaffung eines nationalen Stiftungsregisters könnte das Bundesamt für Statistik der mangelhaften Transparenz entgegentreten.

Zur Vorbeugung von Missbräuchen wären Ergänzungen im Stiftungsrecht angezeigt, etwa ein erweitertes Aufsichtsbeschwerderecht oder Maßnahmen zur Vermeidung von Interessenkonflikten. Die Möglichkeit, große Spenden über mehrere Jahre verteilt steuerlich abziehen zu können, wäre zudem eine interessante Option für Spender.

Aber auch die Stiftungen selbst sollten sich nach Ansicht von Avenir Suisse bewegen. Anreize könnten Ministiftungen zum Fusionieren oder zumindest Kooperieren bewegen. Dachstiftungen könnten Kräfte bündeln und den administrativen Aufwand senken.

Auch eine staatlich vorgeschriebene Ausschüttungsquote, wäre eine Option. Inaktive Stiftungen, von denen es in der Schweiz laut Studie recht viele gibt, würden so verhindert.

www.avenir-suisse.ch

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