21.06.2019 | Von Die Stiftung

Beeindruckende Marktentwicklung für nachhaltige Anlagen

In der zweiten Studie der Swiss Sustainable Finance (SSF) bestätigt sich der deutliche Aufwärtstrend für nachhaltige Anlagen in der Schweiz: Mit einem Anlagevolumen von 716,6 Milliarden Schweizer Franken stiegen Fonds, Mandate und Vermögenswerte von Asset Ownern im Jahr 2018 um 83 Prozent im Vergleich zum Vorjahr an.

nachhaltige Anlagen
Die globale Klimaerwärmung ist laut Initiatoren der Swiss Sustainable Market Study 2019 ein zentraler Grund für die Veränderung von Anlagestrategien – verstärkt rücken nachhaltige Anlagen in den Fokus.

Blickt man auf die Themen, die im Fokus der Anlageentscheidungen stehen, so sei der Klimawandel eines der zentralen Anliegen, wie Jean Daniel Gerber, Präsident der Swiss Sustainable Finance (SSF) und Sabine Doebeli, CEO von SSF im Vorwort zur Zusammenfassung der repräsentativen Studie schreiben.

Gerber und Doebeli schreiben weiter: „Mit insgesamt 77 Teilnehmern hat sich die Abdeckung unserer Befragung gegenüber dem Vorjahr erneut erweitert. Da viele der grossen Vermögensverwalter und institutionellen Anleger an der Erhebung teilgenommen haben, sind wir zuversichtlich, dass unsere Studie ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild des Marktes für nachhaltige Anlagen in der Schweiz vermittelt.“

Hohe zweistellige Wachstumsraten über alle Anlageformen

Im Detail stiegen die nachhaltigen Mandate um 22 Prozent auf ein Volumen von 70,8 Milliarden Schweizer Franken, Vermögenswerte von Asset Ownern um 91 Prozent auf 455 Milliarden Schweizer Franken und Anlagefonds sogar um 102 Prozent auf 190,9 Milliarden Schweizer Franken – Teile dieser Zahlen sind allerdings der Tatsache geschuldet, dass die Studie mehr Teilnehmer als im vergangenen Jahr hatte. Im Bereich der Fonds liegt damit der Anteil der nachhaltigen Anlagen bereits bei 18,3 Prozent am gesamten Schweizer Fondsmarkt, wie die Studie erläutert.

Der positive Trend zeigt sich in der Studie auch über alle Investmentansätze, wobei der ESG-Integrationsansatz – der zentrale, für den wirtschaftlichen Erfolg wichtige Unternehmenskriterien in den Fokus rückt – die Spitzenposition einnimmt. Dass sich immer mehr institutionelle Investoren für nachhaltige Anlageformen interessierten, zeigt sich laut Studie auch in den Anlageformen: Hier eroberten Immobilien (mit einem Anteil von 24 Prozent) den Spitzenplatz – vor Aktien (21,3 Prozent), Unternehmensanleihen (19,9 Prozent) und Staatsanleihen (14,4 Prozent).

Fazit und Ausblick

Im Vorwort zur Studie betont Bundespräsident Ueli Maurer die Relevanz der Branche für einen wettbewerbsfähigen Finanzplatz und schreibt: „Die Branche hat guten Grund, angesichts der weltweiten Herausforderungen, diesen Weg weiterzugehen und nachhaltigem Investieren zur Normalität zu verhelfen.“

Neben der SSF war auch das Center for Sustainable Finance and Private Wealth (CSP) der Universität Zürich an der Durchführung der Studie beteiligt. Hier beobachte man, wie Falko Paetzold, Initiator und Geschäftsführer, sowie Prof. Timo Busch in ihrem Vorwort zur Studie schreiben,  dass nachhaltige Anlageformen immer mehr im Mainstream ankämen und sich damit auch der Fokus der Forschungsarbeit verändere: „Der Schwerpunkt unserer wissenschaftlichen Forschung verlagert sich zunehmend von der Frage, ob sich nachhaltiges Investieren auszahlt, zu der Frage, wie genau Nachhaltigkeitsaspekte Anlegern helfen können, bessere Anlageentscheidungen zu treffen, wie diese Entscheidungsprozesse ablaufen, welche Rolle die Verhaltensökonomie (Behavioural Finance) spielt und – vielleicht der wichtigste Aspekt – welche realen Auswirkungen die Anlageentscheidungen von Investoren haben.“

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