21.06.2018 | Von Die Stiftung

Bruno Stefanini: Nachkommen gewinnen Rechtsstreit

Der Streit um die Stiftung des Winterthurer Immobilienunternehmers Bruno Stefanini ist entschieden. Das Bundesgericht hat eine Beschwerde des früherens Stiftungsrats abgelehnt. Den ehemaligen Stiftungsräten droht eine Anklage wegen Urkundenfälschung.

Stefanini
Im Zentrum des Streits stand eine Änderung der Stiftungsurkunde. Foto: Petra Bork / pixelio.de

Mit dem Urteil endet ein mehr als vier Jahre dauernder Streit zwischen den Nachkommen von Bruno Stefanini sowie den früheren Stiftungsräten von dessen Stiftung, so die Neue Zürcher Zeitung (NZZ). Bereits im April hatte das Bundesgericht, wie berichtet, entschieden, dass der Wille des dementen Stifters unerheblich sei. Mit der Rückweisung der Beschwerde ist eine vom Stiftungsrat angestrebte Änderung in der Stiftungsurkunde endgültig hinfällig, die es dem Gremium ermöglich hätte, sich selbst wiederzuwählen.

Stiftungsrat contra Aufsicht, Nachkommen und Gerichte

Im ursprünglichen Passus stand hingegen, dass das Ernennungsrecht nach dem Tod Stefaninis oder im Falle von dessen Handlungsunfähigkeit, auf die Nachkommen übergehen solle. Die Ansicht der damaligen Stiftungsräte, die Änderung sei auf ausdrücklichen Wunsch Stefaninis erfolgt und die vorherige Regelung nicht mehr zeitgemäss, hatten weder Stiftungsaufsicht noch spätere Gerichtsinstanzen geteilt. Dem Rat gehören laut NZZ der Geschäftsführer von Stefaninis Immobilienunternehmen sowie seine langjährige Vertraute an.

Bettina Stefanini zeigte sich laut NZZ bei einer Medienkonferenz erfreut. Die Kunststammlung ihres Vaters Bruno Stefanini habe noch viel Potenzial. Die Sammlung der Stiftung des Sohnes italienischer Gastarbeiter umfasst laut rund 34.000 Objekte und sei eine der bedeutendsten in der Schweiz. Für die früheren Stiftungsräte ist die Rechtssache noch nicht zu Ende. Ein Strafverfahren wegen Urkundenfälschung, das seit Januar 2014 läuft, steht kurz vor der Anklageerhebung.

www.stiftung-kkg.ch

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