06.03.2018 | Von Die Stiftung

Ex-Geschäftsführer der Stiftung Pro Jugend angeklagt

Der Ex-Geschäftsführer der Stiftung Pro Jugend muss sich vor Gericht wegen des Vorwurfs von Betrug, Urkundenfälschung und mehrfache ungetreue Geschäftsbesorgung verantworten. Die Stiftung selbst ist mittlerweile Konkurs.

Stiftung Pro Jugend
Die Staatsanwaltschaft Brugg-Zurzach hat Anklage gegen den Ex-Geschäftsführer der Pro Jugend Stiftung erhoben. Die Stiftung selbst ist seit einem halben Jahr aufgelöst. Foto: Paul-Georg Meister / pixelio.de

Der ehemalige Geschäftsführer der Stiftung Pro Jugend wird angeklagt, wie die Aargauer Zeitung (AZ) berichtet. Die Staatsanwaltschaft Brugg-Zurzach habe vergangene Woche gegen den Beschuldigten Anklage im abgekürzten Verfahren erhoben und bestätigte gegenüber der AZ: „Die Anklage wurde wegen Betrugs, Urkundenfälschung und mehrfacher ungetreuer Geschäftsbesorgung erhoben.“ Die Staatsanwaltschaft beantragt demnach eine bedingte Freiheitsstrafe von 15 Monaten und eine Busse von 1000 Franken. Ein Gerichtstermin steht noch nicht fest.

Finanzieller Abwärtsstrudel bei der Stiftung Pro Jugend

Was war geschehen? Im Juni 2015 wurde die Stiftung Pro Jugend, mit dem Ziel gegründet, in der Region Eigenamt Jugendarbeit zu erbringen. Die Gemeinden im Eigenamt haben sich anschliessend entschlossen, Jugendarbeit mittels Leistungsvereinbarung bei der Stiftung Pro Jugend zu beziehen. „Im Dezember vermutete der Stiftungsrat erste Ungereimtheiten in der Geschäftsbesorgung“, vermeldete die Stiftung Pro Jugend im Frühjahr 2016. Grund dafür waren Kontrollen, die ergeben hätten, dass eine mitarbeitende Person während der hektischen Aufbauphase ihre Kompetenzen deutlich überschritten habe und mit den vorhandenen finanziellen Mitteln sorglos umgegangen sei. In der Folge entstand für die Stiftung ein finanzieller Engpass, der im Mai 2017 in einem Konkursverfahren mündetet. Mit Verfügung des Gerichtspräsidiums Brugg vom 3. August 2017 wurde das Konkursverfahren der Stiftung Pro Jugend als geschlossen erklärt. Die Stiftung ist damit von Amtes wegen gelöscht.

Bereits Ende April 2016 wurde die betroffene Person entlassen und einen Monat später zeigte ihn der Stiftungsrat der Stiftung Pro Jugend wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung und Betrug an. Der Ex-Geschäftsführer sei nach Angaben des Stiftungsrat sorglos mit den vorhandenen Geldmitteln umgegangen und habe Sanierungsarbeiten im Jugend-Haus an der Wydenstrasse 32 in Birr eingeleitet, die nicht bewilligt gewesen seien.
Nach der Auflösung der Stiftung wurde die Jugendarbeit im Eigenamt neu aufgegleist.

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