10.06.2020 | Von Die Stiftung

Nachhaltige Anlagen auf neuem Höchststand

Die neue „Schweizer Marktstudie Nachhaltige Anlagen 2020“ ist erschienen. Sie zeigt: Nachhaltige Anlagen erreichen in der Schweiz einen neuen Höchststand. Klimaschutz bleibt dabei ein wichtiger Treiber.

Anlagen
Die „Schweizer Marktstudie Nachhaltige Anlagen 2020“ zeigt einen Trend zu mehr Nachhaltigkeit in der Vermögensanlage. Foto: Swiss Sustainable Finance/University of Zurich

Wie die aktuelle „Schweizer Marktstudie Nachhaltige Anlagen 2020“ zeigt, ist in der Schweiz derzeit rund ein Drittel der lokal verwalteten Vermögen nachhaltig angelegt. In Zahlen heisst das: 1’163 Milliarden Schweizer Franken. Erhoben und ausgewertet werden diese Marktdaten von Swiss Sustainable Finance (SSF).

Die Zahlen zeigen einen Zuwachs von 62 Prozent gegenüber dem Vorjahr – seit 2018 werden sie von SSF jährlich erhoben – und bestätigen damit das ungebrochene Wachstum nachhaltig investierter Vermögenswerte. Ein wichtiger Treiber für nachhaltige Anlagen bleibt laut der Herausgeber die Klimaschutzdebatte, während die Europäische Union als Reaktion auf ungenügende Transparenz deutlich höhere Reportingpflichten definiere.

Wachstum bei nachhaltigen Fonds und Mandaten

Starkes Wachstum kann bei nachhaltigen Fonds verbucht werden: ein Plus von 147 Prozent; mit 470,7 Milliarden Schweizer Franken lag ihr Anteil am Schweizer Fondsmarkts per Ende 2019 bei 38 Prozent. Nachhaltige Mandate sind noch stärker, nämlich um 195 Prozent gewachsen, womit nun in diesem Bereich Vermögenswerte im Umfang von 208,9 Milliarden Schweizer Franken verwaltet werden. Die nachhaltig verwalteten Vermögen institutioneller Anleger betrugen 483,7 Milliarden Schweizer Franken, was rund 30 Prozent der von ihnen verwalteten Assets entspricht. „Nachhaltige Anlagelösungen stehen demnach hoch in der Gunst der Anleger – auch weil sie gegenüber konventionellen Finanzprodukten mit ihrer Wirtschaftlichkeit überzeugen“, schlussfolgern die Herausgeber der Studie.

Fast verdoppelt hat sich auch der Privatkundenanteil, von 12 auf 21 Prozent. „Damit bestätigt sich das wachsende Interesse von Privatkunden, aber auch der Umstand, dass viele Finanzdienstleister für klassische Fonds neu nachhaltige Anlageansätze anwenden“, zeigt sich Sabine Döbeli, CEO von SSF erfreut.

Klimaschutz wird wichtiger in Anlagen

Deutlich mehr Asset Manager als noch im Vorjahr gaben an, einen spezifischen Investmentansatz für klimafreundliches Investieren zu verfolgen: Klimafussabdruck von Portfolios, Investitionen in Klimalösungen und aktivem Engagement sowie Stimmrechtsausübung für mehr Klimaschutz bei den Unternehmen. „Dass aber mit 15 nur rund ein Drittel aller Asset Manager angeben, über die Klimaverträglichkeit ihrer Anlageprodukte zu informieren, zeigt, dass hier noch Optimierungsbedarf besteht“, so die Herausgeber der Studie. SSF arbeite an konkreten Empfehlungen zu Kennzahlen, mittels derer Anleger über die Klimaverträglichkeit und generell über die Nachhaltigkeit der Portfolios informiert werden sollten.

Aktionsplan für die Schweiz

Der Schweizer Finanzplatz sei gut beraten, den eingeschlagenen Weg in eine nachhaltige Finanzwirtschaft konsequent weiter zu gehen, finden die Herausgeber der Studie. Sie gehen auch davon aus, dass sich der internationale Wettbewerb weiter verschärfen dürfte: „Nur wenn sich die Schweizer Finanzindustrie weiterhin agil zeigt, kann sie ihre führende Rolle im Bereich der Nachhaltigkeit ausbauen und damit einen wesentlichen Beitrag zur Erreichung der internationalen Klimaziele und der Ziele für eine nachhaltige Entwicklung leisten“, betont Sabine Döbeli. Ihre Organisation arbeite deshalb intensiv an einem Aktionsplan: Dieser soll aufzeigen, wie der Schweizer Finanzplatz auf bestehenden Stärken aufbauen und sich im Thema zukunftsorientiert weiterentwickeln kann.

Über Swiss Sustainable Finance

Swiss Sustainable Finance (SSF) hat sich zum Ziel gesetzt, die Positionierung der Schweiz als globaler Markt für nachhaltige Finanzen durch Information, Ausbildung und die Förderung von Wachstum zu stärken. Die 2014 gegründete Organisation vereinigt rund 150 Mitglieder und Netzwerkpartner, darunter Finanzdienstleister, Investoren, Universitäten und Hochschulen, Ämter und andere Organisationen. Die Studie wurde unterstützt von Sponsoren aus dem Finanzbereich.

Artikel teilen