03.04.2017 | Von Die Stiftung

Neue Stiftung hilft Opfern von Asbest

In der Schweiz soll es ab Mitte des Jahres eine eigene Stiftung für Opfer von Asbest geben. Die Stiftung „Entschädigungsfonds Asbest“ will Betroffenen, die seit 2006 wegen Asbest an einem bösartigen Tumor im Bauch- oder Brustfellbereich erkrankt sind, finanziell unter die Arme greifen, wie nzz.ch meldet. Nach geltendem Recht verjähren entsprechende Ansprüche nach zehn Jahren, weswegen an Asbest erkrankte Personen oftmals gleich doppeltes Leid erfahren.

Präsident der neuen Stiftung soll laut nzz.ch Urs Berger vom Schweizerischen Versicherungsverband werden. Die neue Stiftung soll demnach über ein Startkapital von 6 Millionen Franken verfügen. Im Raum stehen weitere Zusagen von 24 Millionen Franken. Verbände und Unternehmen, die den Fonds finanzieren, werden im Stiftungsrat genauso vertreten sein wie Vertreter der Asbestgeschädigten und Gewerkschaften.

Asbest-Stiftung auf Initiative von Bundesrat Berset

Gegründet wurde die Stiftung nach einem runden Tisch, den Bundesrat Alain Berset vor zwei Jahren einberufen hatte. Pro Jahr trifft es laut einem Bericht des runden Tisches zufolge etwa 120 Personen, die an den Folgen von Asbest erkranken. Bis ins Jahr 2025 wird mit einem finanziellen Aufwand von 100 Millionen Franken gerechnet.

Asbest ist eine spezielle Faser, welche vor allem in den 1960er und 1970er-Jahren auf dem Bau oder auch in der Industrie verwendet wurde, unter anderem als Dämmmittel. Seit 1990 ist Asbest in der Schweiz und diversen anderen Ländern verboten, nachdem nachgewiesen worden war, dass Asbest durch das Einatmen der Fasern Krebs verursachen kann.

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