02.03.2020 | Von Die Stiftung

Report: So fördern Schweizer Stiftungen

Der Grantee Review Report – herausgegeben vom Center for Philanthropy Studies und Swiss Foundations – präsentiert Ergebnisse einer systematischen und umfassenden Befragung von 416 geförderten und 252 abgelehnten Projektpartnern Schweizer Förderorganisationen.

Report
Die starke Konkurrenz wird von operativen Organisationen als eine der grössten Herausforderungen wahrgenommen. Foto: Abbildung aus Grantee Review Report/CEPS

Sieben Förderorganisationen haben dem Center for Philanthropy Studies (Ceps) und Swiss Foundations für diesen Report die Adressen aller von ihnen geförderten Organisationen der letzten fünf sowie der abgelehnten der letzten drei Jahre zur Verfügung gestellt. An diese Adressen wurden in einem nächsten Schritt Fragen zu Themen wie Kommunikation, Antragsprozess, Förderphase und Feedback nach Antragsablehnung verschickt. „Die Rücklaufquoten lagen mit 53 Prozent bzw. 30 Prozent erfreulich hoch“, ist Swiss Foundations, der Verband Schweizer Förderstiftungen, zufrieden. „Der Grantee Review Report 2020 bietet erstmals in der Schweiz eine breit abgestützte und unabhängig erhobene Beurteilung der Unterstützungsleistungen von Schweizer Förderorganisationen aus Sicht der Destinatäre.“

Der Aufwand lohnt sich

Laut der Umfrage haben erfolgreiche Organisationen mit durchschnittlich 63 Stunden doppelt so viel Zeit in die Erarbeitung eines Gesuchs investiert als abgelehnte. Ausserdem erhöht der persönlicher Austausch die Chancen für Förderung massgeblich, so eine weitere Erkenntnis der Untersuchung: 76 Prozent unterstützten Förderpartner hatten in der Antragsphase direkten Kontakt mit der Förderorganisation, während dies bei den abgelehnten nur bei 36 Prozent der Fall war. Allgemein werde der Aufwand für die Erstellung des Gesuchs sowie die Berichterstattung grösstenteils als angemessen betrachtet.

Innovative Projekte gefragt

Am meisten werden laut der Untersuchung Förderstiftungen für innovative Projekte angefragt, wo Gelder von staatlichen Institutionen oder privaten Spendern nur schwer zu gewinnen sind. „Damit bestätigt sich die Annahme, dass eine der zentralen Funktionen gemeinnütziger Förderstiftungen diejenige ist, Experimente und Innovationen zu fördern und als Enabler von gesellschaftlichen Entwicklungen zu fungieren“, so Swiss Foundations.

Grosser Wettbewerb, wenig Förderer

Ein Problem, das sich in der Umfrage herauskristallisiert hat, ist der Mangel an potentiellen Förderinstitutionen bei gleichzeitig starkem Wettbewerb unter gesuchstellenden Organisationen.

Zum Report

An der Studie teilgenommen haben folgende sechs Förderstiftungen sowie ein gemeinnütziger Verein: Arcanum-Stiftung, Fondation Botnar, Fondation Leenaards, Gebert-Rüf-Stiftung, Schweizerische Gemeinnützige Gesellschaft, Stiftung Mercator Schweiz, UBS Optimus Foundation.

Der Grantee Review Report steht unter anderem hier zum freien Download zur Verfügung. Er ist auf Deutsch und Französisch verfasst und enthält eine Zusammenfassung auf Englisch.

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