05.04.2018 | Von Die Stiftung

Konjunkturbarometer zu Schweizer NPO

Eine Studie des Center for Philanthropy Studies (CEPS) der Universität Basel hat erstmals den Einfluss des Marktumfeldes und die Zukunftserwartungen von Schweizer NPO erhoben. NPO suchen nach neuen Finanzierungsquellen – Staatsbeiträge und private Spenden stagnieren.

Schweizer NPO
Das Konjunkturbarometer des Center for Philanthropy Studies (CEPS) der Universität Basel erhebt den Einfluss des Marktumfeldes von NPO

Die Publikation „Konjunkturbarometer: Eine Trendanalyse des Schweizer NPO-Sektors“ verdeutlicht, wie Non-Profit-Organisationen auf konjunkturelle Entwicklungen im Umfeld reagieren, und präsentiert Faktoren, die in einem potentiellen NPO-Konjunkturbarometer berücksichtigt werden sollten. An der Studie nahmen Verantwortliche von 77 NPO teil.

Die Publikation leiste einen wichtigen wissenschaftlichen Beitrag zum besseren Verständnis der aktuellen Herausforderungen von NPO, so die Herausgeber. Darüber hinaus biete sie Praktikern konkrete Handlungsvorschläge für den Umgang mit den aktuell auftretenden Herausforderungen. Sie soll NPO-Führungskräfte dabei unterstützen, die heutigen und zukünftigen technologischen und sozioökonomischen Entwicklungen besser zu verstehen und auf diese Weise zielgerichtete Strategien zu verfolgen.

Gesamtwirtschaftliche Schwankungen auch für NPO wichtig

Als die grössten Herausforderungen für Schweizer NPO zeichnen sich in der Studie die Mittelbeschaffung, die Steigerung des Bekanntheitsgrades der Organisation sowie die Reduktion von öffentlichen Geldern ab. Darüber hinaus sei die Rekrutierung von qualifizierten Mitarbeitenden besonders für grosse Organisationen ein zunehmendes Problem. 79 Prozent der Befragten blicken trotz aller Herausforderungen optimistisch in die Zukunft.

NPO-Führungskräfte wurden um eine Einschätzung der Bedeutung der gesamtwirtschaftlichen Konjunktur für ihren Sektor gebeten. Über 60 Prozent der Befragten erachten gesamtwirtschaftliche Schwankungen als „wichtig“ bis „sehr wichtig“ für die Aktivitäten ihrer Organisation. Nur rund 11 Prozent des befragten Führungspersonals halten diese Schwankungen für unwichtig oder sieht gar keinen Zusammenhang.

Der Einfluss der Gesamtwirtschaft auf die Aktivitäten der Schweizer NPO variiert leicht mit der Organisationsgrösse, zeigen die Umfrageergebnisse: Bei kleinen NPO ist dieser stärker als bei mittelgrossen bis grossen Organisationen. Fast 20 Prozent der Führungskräfte grosser NPO erachten die ökonomische Konjunktur als unwichtig oder sehen gar keinen Zusammenhang. „Diese Ergebnisse deuten auf eine stärkere Resilienz von grösseren Organisationen gegenüber Veränderungen in ihrer Umwelt hin“, schlussfolgern die Autoren der Studie.

Die Forschung zeigt unter anderem auch, dass NPO vermehrt auf die Bedürfnisse ihrer privaten und öffentlichen Geldgeber eingehen müssen. Die Autoren empfehlen den Organisationen, auf Transparenz, Wirkungsmessung und Kommunikation von Ergebnissen zu setzen, um das Vertrauen der Geldgeber zur Organisation zu stärken. Gleichzeitig sollten NPO-Führungskräfte die Möglichkeiten digitaler Technologien in ihren angebotenen Leistungen nutzen, um mit innovativen Lösungen voranzugehen.

Das Center for Philanthropy Studies

Das Center for Philanthropy Studies (CEPS) der Universität Basel ist ein interdisziplinäres Institut für Forschung und Weiterbildung spezialisiert auf den Nonprofit-Sektor. Es wurde 2008 auf Initiative von Swiss Foundations, dem Verband der Schweizer Förderstiftungen, gegründet und ist ein universitärer Think Tank zum Themenbereich Philanthropie. Mit seinen Aktivitäten will das CEPS die wissenschaftliche Grundlage und das Wissen über Philanthropie verbessern und damit nicht zuletzt die praktische Arbeit im Bereich der Philanthropie stärken. Darüber hinaus bietet es Weiterbildung und Coaching für Stiftungen und weitere Nonprofit-Organisationen an.

Die PDF-Publikation kann unter folgendem Link kostenfrei bezogen werden: ceps.unibas.ch/de/publikationen

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