30.04.2018 | Von Die Stiftung

Stiftung sammelt zu viel Armeematerial

Die Stiftung Historisches Material der Schweizer Armee sammelt und kostet zu viel. Das Eidgenössische Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport hat der Stiftung deshalb den Leistungsvertrag aufgekündigt und will ihn neu ausschreiben.

Armeematerial
Ein Panzerjäger aus den Jahren 1944-47 im Panzermuseum in Thun. Foto: gemeinfrei

Die eidgenössische Finanzkontrolle werfe der Stiftung für historisches Armeematerial  (HAM) vor, zu viel Material zu sammeln. Dies teilte die Berner Zeitung mit. Das Eidgenössische Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport VBS habe der Stiftung, die auch das Panzermuseum in Thun betreibt, daher den Leistungsvertrag aufgekündigt.

7,4 Millionen Schweizer Franken kostet laut der Eidgenössischen Finanzkontrolle (EFK) die Sammeltätigkeit der Zentralstelle Historisches Armeematerial (ZSHAM), die dem VBS angegliedert ist. Der EFK sei dieser Betrag ein Dorn im Auge, so die Berner Zeitung. Zudem fehle der Sammlung ein klares Profil, das vom Museumsgesetz eigentlich vorgeschrieben sei. „Es werde zu viel gesammelt und repariert, dafür zu wenig aussortiert“, fasst die Berner Zeitung zusammen.

Auch Mitarbeiter sind betroffen

Aufgrund der Kritik der EFK hat das VBS nun entschieden, der Stiftung HAM ihren Leistungsvertrag aufzukünden und ihn neu zu vergeben. Die trifft nicht nur die Sammlung, sondern auch die 17 Mitarbeiter in Thun, Burgdorf und Sumiswald.

Die Sammlung ist seit 10 Jahren in Thun beheimatet und umfasst Tausende historische Uniformen, Waffen und auch Abzeichen der Schweizer Armee. Zur Sammlung gehört auch das Panzermuseum, das sich auf dem Waffenplatz befindet: „Dort sind in zwei Gebäuden und zwei Hallen nebst Fahrzeugen aus hiesigen Beständen auch amerikanische, deutsche und britische aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs zu sehen. Dass in Thun mehrheitlich ausländische Panzer ausgestellt sind, ist ein weiterer Kritikpunkt der EFK“, erklärt die Berner Zeitung. Die Inventarisierung, bei der nach wie vor Material aus 170 Jahren Armeegeschichte liquidiert werde, sei noch nicht abgeschlossen.

Jürg Reusser, Chef der ZSHAM, zeigt sich gegenüber der Berner Zeitung mit der Arbeit der Stiftung HAM „grundsätzlich zufrieden“. Trotzdem soll die neue Ausschreibung einen stärkeren Schwerpunkt auf betriebswirtschaftliche Konzepte legen.

Die Stiftung Historisches Material der Schweizer Armee

Der Verein Schweizer Armeemuseum (VSAM) fördert die Errichtung eines Schweizer Armeemuseums und trägt zum Erhalt des historischen Armeematerials sowie dessen Erforschung und Dokumentation bei. Zudem fördert er das Wissen über die Schweizer Wehrgeschichte. Der Verein ist Förderverein der von ihm 2008 gegründeten Stiftung Historisches Material der Schweizer Armee, welche als selbständige Leistungserbringerin im Auftrage des VBS einen grossen Teil der Sammlungen des historischen Materials der Armee betreut.

www.stiftung-ham.ch
www.armeemuseum.ch

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