06.06.2018 | Von Die Stiftung

Stiftung Serge Rachmaninoff setzt auf spanische Gelder

Die Stiftung Serge Rachmaninoff harrt auf die finanzielle Unterstützung einer Stiftung aus Spanien. Denn um die Villa des russischen Komponisten und Pianisten gemäß Stifterwillen zu nutzen, muss sie erst die Erben auszahlen.

Stiftung Serge Rachmaninoff
Diesen Blick aus Weggis auf den Vierwaldstättersee genoss Rachmaninoff in den 1930er Jahren. Foto: Markus Bernet, Lake Lucerne Weggis, CC BY-SA 2.0

Am Vierwaldstättersee, in Hertenstein (Gemeinde Weggis), verbrachte der Komponist und Pianist Sergei Rachmaninoff in den 1930er Jahren die Sommermonate. Er liess dafür die Villa Senar erbauen, im für diese Region und Zeit einzigartigen Bauhausstil. „Aussen ist der Bau schlicht gehalten, im Innern zeigt sich eine Mischung aus russischer Nostalgie und modernen Bauhauselementen“, beschreibt die Luzerner Zeitung die Villa.

Seit dem Tod von Rachmaninoffs Enkel vor sechs Jahren steht die Villa leer. In seinem Testament hielt er laut der Luzerner Zeitung fest, dass die Residenz öffentlich zugänglich gemacht werden soll. Doch die Stiftung und die Erben haben unterschiedliche Vorstellungen von Wert und Verwendung der Villa. Hinzu kommt, dass die Stiftung momentan Abklärungen zum Thema kantonaler Denkmalschutz trifft – bisher steht die Villa Senar unter kommunalem Denkmalschutz. Marktschätzungen ergaben laut der Luzerner Zeitung für das Haus mit Garten einen Wert von 18 Millionen Schweizer Franken, überdies vier Millionen Schweizer Franken für das Inventar. Doch Urs Ziswiler, Präsident der Stiftung Serge Rachmaninoff, zweifelt gegenüber der Luzerner Zeitung an diesem Wert, da Denkmalschutz und weitere Auflagen zu berücksichtigen seien.

Stiftung hat konkrete Pläne mit Villa

Um die Erben auszuzahlen und die Villa im Sinne des Stifterwillens zu nutzen, fehlt der Stiftung das Geld. Hier kommt eine nicht namentlich genannte spanische Stiftung ins Spiel: diese gelang an die Stiftung Serge Rachmaninoff, weil sie einen Film über den Komponisten drehen will. Und als sie von den finanziellen Nöten hörte, beschloss sie zu unterstützen. Von heute auf morgen geht dies jedoch nicht, denn: „Die Gelder der spanischen Stiftung stammen aus ausländischen Bonds und können nicht so einfach angezapft werden“, erklärt der Stiftungspräsident gegenüber der Luzerner Zeitung. Da die Erben ihr Geld jedoch schon im vergangenen Oktober hätten bekommen sollen und die Frist um nur ein halbes Jahr verlängert wurde, stellt sich nun die Frage, ob sie nochmals eine Erstreckung erwirken können. Die spanische Stiftung würde nicht nur die Erben gesetzlich auszahlen, sondern auch zu Renovation und Unterhalt der Villa beitragen. „ Für die Stiftung wäre die finanzielle Hilfe ein grosser Schritt in die Richtung, dass sie ihren eigentlichen Zweck erfüllen könnte“, so die Luzerner Zeitung.

Die Stiftung hat schon konkrete Pläne zur Nutzung der Villa: ein Museum schließt der Stiftungspräsident aus, da dies wirtschaftlich nicht machbar sei. Ihm schwebe ein Zentrum für schweizerisch-russische Kultur vor, bei dem es einen engen Austausch zwischen den Ländern geben soll, erklärte er der Luzerner Zeitung.

Wenn sich Erben und Stiftung jedoch nicht einigen können, soll die Villa laut Testament an den Kanton Luzern übergehen.

Die Stiftung Serge Rachmaninoff

Zweck der Stiftung ist die Förderung des Werks von Sergei Rachmaninoff mit allen möglichen Mitteln, auf kantonaler, nationaler und internationaler Ebene sowie die Sicherstellung, dass dieses vom grösstmöglichen Publikum genossen werden kann. Die Stiftung will jegliche Bemühungen auf sich nehmen, um die Villa Senar in Hertenstein als kulturelles Erbe zu erhalten und auf diese Weise das Vermächtnis des Komponisten Sergei Rachmaninoff zu ehren. Zudem widmet sie sich der Festigung des internationalen Rufes des Kantons Luzern als internationale Kulturstätte.

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